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Interview Dr. Werner Loges

Interview mit Herrn Dr. Werner Loges

Frage: Herr Dr. Loges, wann und wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich mit Pharmazie und mit Heilpflanzen zu beschäftigen?

Dr. Loges:
Ich habe mich bereits in meiner Jugend für Arzneipflanzen interessiert. Meine Großmutter hat mir 1943 zu Weihnachten ein Buch über Arzneipflanzen in Deutschland geschenkt. Es hieß „Neues illustriertes Kräuterbuch“ und ist von Heinrich Marzell. Ich habe es heute noch in meiner Bibliothek. Dieses Buch habe ich als 15-Jähriger mit großem Interesse und wachsender Begeisterung gelesen. Irgendwann sagte mein Vater zu mir: „Wenn dich die Pflanzen so interessieren, musst du auf jeden Fall Apotheker werden“. Das habe ich mir zu Herzen genommen und diesen Weg weiter verfolgt. Ich habe dann das Studium der Pharmazie begonnen und während dieser Zeit immer meinen Schwerpunkt auf die Naturheilkunde gelegt.

Frage: Wo haben Sie studiert?

Dr. Loges:
Ich habe die Universitäten in Basel, Innsbruck, Würzburg und schließlich Hamburg besucht. Dort habe ich dann auch meinen Abschluss gemacht.

Frage: 1958 haben Sie zusammen mit Klaus Müller die Firma Dr. Loges gegründet. Was waren die ersten Produkte?

Dr. Loges:
Das waren toxi-loges®, dysto-loges® und thyreo-loges®  – ein Schilddrüsenmittel – das sind die drei, die heute in optimierter Form noch im Handel sind. Außerdem gab es damals noch cor-loges® Tropfen und hepa-loges® Tropfen, die wir aber inzwischen wieder vom Markt genommen haben. Diese Produkte haben wir in kleinem Umfang begonnen zu produzieren. Am Anfang mussten wir alle Arzneimittel in Tropfenform anbieten, denn Dragees oder Kapseln konnten wir noch nicht herstellen. Meine damalige Frau war Apothekerin und hat die Produktion übernommen. Wobei man sich hier keine falschen Vorstellungen machen darf; die komplette Produktion lief in kleinstem Rahmen ab und die Tropfen wurden dann von Hand abgefüllt.

Frage: Was genau sehen Sie denn als die Arzneimittelfelder, die Dr. Loges bedient?

Dr. Loges:
Dazu gehören für mich die Homöopathie, allgemein die Pflanzenheilkunde, aber auch Naturstoffe wie Mineralien und Vitamine.

Frage: Wie hat sich die Firma Dr. Loges wirtschaftlich weiterentwickelt?

Dr. Loges:
Es war eine konstante und gesunde Entwicklung. Es gab in der Geschichte der Firma keine herben Rückschläge, sondern ein gleichmäßiges, fast schon „biologisches“, Wachstum. Wir mussten nie aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeiter entlassen. Wir sind auf den Markt gekommen, als die Zeit noch nicht reif war für pflanzliche Heilmittel. Damals waren gerade Antibiotika die neue Allzweckwaffe, und chemische Arzneimittel wurden mit großem Erfolg produziert und eingesetzt.
Aber die Patienten haben eben manchmal nur einen Schnupfen oder eine leichte Grippe und brauchen dann kein Antibiotikum. Ein Produkt wie toxi-loges®, das die Abwehrkräfte des Körpers so stärken kann, dass er selbst mit Bakterien und Viren fertig wird, dass war in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so präsent. Aber so waren wir von Anfang an gewohnt, uns gegen Widerstände durchzusetzen und beharrlich unseren Weg zu gehen.

Frage: Welchen Hindernissen mussten Sie sich denn in diesen Jahren stellen?

Dr. Loges:
Es ging immer wieder um die Erstattungsfähigkeit. Und da haben die Kassen ganz klar auf chemische Produkte gesetzt, deren Wirkung naturwissenschaftlich bewiesen werden konnte. Wir, mit unseren sanften Produkten, haben uns da immer schwerer getan mit dem Nachweis der Wirkung. Wir haben zweimal chemische Produkte eingeführt, aber das haben uns unsere Kunden nicht geglaubt, das passt nicht zu der Philosophie von Dr. Loges. Ich habe mich damals für biologische Therapien entschieden, weil ich sicher war, dass Präparate aus Pflanzen und homöopathische Arzneimittel die Zukunft sein würden. Gerade für Kinder und Senioren finden sich hier viele sanfte Anwendungen, die den Körper heilen, ohne ihn zu belasten.

Frage: Was sind Ihre Pläne für Ihre persönliche Zukunft?

Dr. Loges:
Ich werde mich jetzt nach 50 Jahren Tätigkeit aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. Ich fühle mich vital und möchte nun wirklich die Früchte meiner Arbeit genießen, mich um meine acht Kinder kümmern und das Ruder anderen überlassen. Meine Arbeit in der Firma ist getan.

Herr Dr. Loges, vielen Dank für das Gespräch.


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