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Astaxanthin - Ein Naturstoff erobert den Ausdauersport

In der modernen Forschung rückt Astaxanthin immer weiter in den Fokus der Wissenschaftler. Denn Studien zeigen vermehrt, was diese wundersame Substanz aus der Natur so alles kann. Doch was ist das für ein Stoff und was verspricht man sich davon?

Was ist Astaxanthin?

Auf der Suche nach Substanzen aus der Natur, die für den Menschen von Nutzen sind, versuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt, für die menschliche Gesundheit wirkungsvolle sekundäre Pflanzenstoffe zu finden. Sekundäre Pflanzenstoffe sind spezielle Substanzen, die Pflanzen bilden, um sich beispielsweise vor schädlichen äußeren Einflüssen zu schützen. Die Zahl der verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe ist daher beinahe so hoch, wie die Anzahl der unterschiedlichen Pflanzen. Die Forschung gleicht hier der berühmten „Suche nach der Nadel im Heuhaufen“.
 
Vereinzelt können jedoch Substanzen mit sehr vielversprechenden Eigenschaften gefunden werden. Eine besonders interessante Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen sind die Carotinoide. In der Natur sind bisher über 600 verschiedene rote und gelbe Carotinoide bekannt. Zu den bekanntesten gehört wohl das Beta-Carotin, welches hauptsächlich in Karotten enthalten ist und diesen auch den Namen verlieh.
 
Astaxanthin hingegen ist ein noch relativ unbekanntes Carotinoid. Es wird von Algen, Pilzen und Bakterien gebildet, die sich damit vor den schädlichen Einwirkungen von außen, wie bspw. UV-Licht, schützen. Die höchste Astaxanthin-Konzentration kommt in der grünen Mikroalge „Haematococcus pluvialis“ vor. Die Süßwasseralge wird besonders erfolgreich auf Hawaii gezogen, wo die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist und eine ungeschützte Zelle binnen kürzester Zeit zerstört wäre.
Astaxanthin gelangt über die Nahrungskette auch in Tiere wie Lachs, Garnele oder Flamingo. Für diese Tiere ist der vitaminartige Stoff Astaxanthin für Wachstum und Überleben unentbehrlich: Astaxanthin schützt die Zellen vor schädlichen Einflüssen von außen und reguliert das Immunsystem.
 
Die höchste Astaxanthin-Konzentration im Tierreich weist der Lachs auf. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die große Menge von Astaxanthin im Lachsmuskel für die außergewöhnliche Ausdauerleistung verantwortlich ist, die der Lachs auf dem Weg zu seinen Laichgründen vollbringt. Er schwimmt bis zu einer Woche lang reißende Flüsse hinauf, überwindet Stromschnellen und hat am Ende trotzdem noch die Kraft, sich fortzupflanzen, obwohl er die gesamte Zeit keine Nahrung aufnimmt. Forscher glauben, dass dieser leistungssteigernde Effekt auch beim Menschen auftritt.

Astaxanthin schützt die Zelle

Von verschiedenen Stoffen, wie z. B. Vitamin E, ist seit langem bekannt, dass die Hauptaufgabe im Körper darin besteht, die menschlichen Zellen vor freien Radikalen zu schützen. Diese Schutzstoffe nennt man Antioxidanzien. Antioxidanzien neutralisieren verschiedenste Stoffe, die den Körperzellen Schaden zufügen können. Hierzu gehören vor allem die für den Menschen schädlichen freien Radikale, welche unter anderem durch negative Einflüsse von außen wie z. B. UV-Licht, Zigarettenrauch und Luftverunreinigungen entstehen. Doch auch durch Sport entstehen aufgrund des erhöhten Stoffwechsels während der Belastung freie Radikale, die für die Muskulatur schädlich sind und kleinste Entzündungen hervorrufen.
 
Diese minimalen Entzündungen in den Muskelzellen führen auch dazu, dass wir nach dem Sport ermüdete und schmerzende Muskeln haben. Um diesen negativen Effekten von Sport entgegenzuwirken, suchen Experten nach immer stärkeren Antioxidanzien, die durch die Abwehr von freien Radikalen die Beschädigung der Muskulatur während Belastungen vermindern und somit eine kürzere Erholungszeit hervorrufen.
 
Astaxanthin für Sportler

Sportlern ist der positive Effekt von Antioxidanzien seit langem bekannt, weshalb in der Vergangenheit auch vermehrt auf eine erhöhte Zufuhr von Vitamin E und C geachtet wurde. Doch mit Astaxanthin hat die moderne Forschung ein Antioxidanz gefunden, das um ein Vielfaches wirkungsvoller ist als Vitamin E. Mit Astaxanthin kann der Körper, und insbesondere die Muskulatur, noch effektiver vor dem Einfluss schädlicher Stoffe geschützt werden. Sportwissenschaftler konnten in verschiedenen Studien nachweisen, dass unter täglicher Einnahme von Astaxanthin die belastungsbedingten Muskelschäden reduziert und die Ausdauerleistungsfähigkeit deutlich verbessert werden kann (Aoi et al. 2003).
 
Des Weiteren fanden Forscher heraus, dass unter dauerhafter Einnahme von Astaxanthin neben der verbesserten Ausdauerleistungsfähigkeit auch die Entstehung von Laktat im Körper reduziert wird (Ikeuchi et al. 2006). Dies ist besonders wichtig, da die Entstehung von Laktat während sportlicher Belastungen eine bedeutende Ursache für die muskuläre Ermüdung darstellt. Die Leistungsfähigkeit bleibt also umso länger erhalten, je weniger Laktat entsteht.
 
Darüber hinaus wurde in einer Doppelblindstudie des Karolinska-Instituts in Schweden (1998) nachgewiesen, dass mit Astaxanthin der Trainingseffekt nach dem Sport stärker und schneller eintritt. In der mehrmonatigen Studie nahmen Sportler täglich 4 mg Astaxanthin zu sich. Verglichen mit der Kontrollgruppe, die kein Astaxanthin nahm, war eine entscheidende Verbesserung in ihrer Kraft- und Ausdauerleistung zu verzeichnen. Bereits nach drei Monaten verbesserte sich die Leistung der Gruppe, die Astaxanthin zu sich nahm, um 62 Prozent, die Kontrollgruppe hingegen konnte nur eine Steigerung von 22 Prozent erreichen. Dies bedeutet, dass die Astaxanthin-Gruppe im selben Trainingszeitraum ihre Leistungsfähigkeit 3-mal mehr steigern konnte als die Kontrollgruppe.
 
Von diesen Nachweisen des positiven Einflusses von Astaxanthin profitieren jedoch nicht nur Sportler. Der Schutz der Zellen und die damit verbundene erhöhte Belastbarkeit der Muskeln, Sehnen und Gelenke wirkt sich in vielfältiger Weise aus, denn insbesondere im Alter kann dadurch das Wohlbefinden, die Beweglichkeit und die Leistungsfähigkeit verbessert werden.
 
Astaxanthin - vielseitig einsetzbar

Neben den überzeugenden Auswirkungen auf die menschliche Leistungsfähigkeit vermuten Experten jedoch noch weitere positive Effekte von Astaxanthin. So konnte von Prof. Dr. Chew (2003) an der Washington State University nachgewiesen werden, dass durch Astaxanthin das Immunsystem gestärkt wird.
 
Darüber hinaus ist aufgrund der zellschützenden Wirkung von Astaxanthin das Sonnenbrandrisiko reduziert, was Astaxanthin auch den Beinamen „Sonnenschutz von innen“ einbrachte. So können vor allem Sportler, die oft unter Sonneneinstrahlung trainieren, von dem erhöhten Schutz vor der gesundheitsschädlichen UV-Strahlung profitieren.
 
Betrachtet man zusammenfassend die Vorteile, die sich durch eine Einnahme von Astaxanthin ergeben, so überrascht es nicht, dass viele Triathleten bei dem wohl härtesten Sportwettkampf der Welt, dem Ironman Triathlon auf Hawaii, auf die natürliche Kraft des Astaxanthin bauen. Wie auch die Alge, aus welcher Astaxanthin gewonnen wird, trotzen sie der Sonne am Äquator und erbringen gleichzeitig unglaubliche Ausdauerleistungen. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Sportler verschiedenster Disziplinen die gut verträgliche Kraft aus der Natur für sich entdecken und nutzen.
 
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Literatur:
Aoi, W. et al. (2003): Astaxanthin limits exercise-induced skeletal and cardiac muscle damage in mice. Antioxid Redox Signal 5(1): 139-144.
Malmsten, C. (1998): Dietary supplementation with astaxanthin rich algal meal improves muscle endurance – a double blind study on male students. Karolinska Institute, Stockholm.
Ikeuchi et al. (2006): Effects of astaxanthin supplementation on exercise-induced fatigue in mice. Biological and Pharmaceutical Bulletin. 29(10):2106-10.
Chew, B. et al. (2003): Astaxanthin stimulates immune response in humans in a double blind study. Presented at the Supply Side West International Trade Show and Conference, October 1-3, 2003. 

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