Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen Belastungsphasen zu überstehen

Adaptogene sind Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen,1,2 welche die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber äußeren und inneren Stressauslösern2,3 erhöhen. Sie unterstützen den Organismus dabei, sich an gesteigerte körperliche und geistige Anforderungen sowie Belastungen zu adaptieren, d. h. sich anzupassen.1,3.4,6,7,8

An diese drei Arten von Stressfaktoren kann sich der Körper anpassen und gestärkt werden:
Die erste Gruppe umfasst innere seelische Einflüsse u. a. negative und depressive Gefühle wie Angst und Anspannung8. Zur zweiten Gruppe gehören äußere Einflüsse der Umwelt wie Hitze, Kälte, Schadstoffe sowie Lärm. Die dritte Gruppe beinhaltet zu hohe körperliche Belastungen, wie sie bei sportlichen Wettkämpfen oder Trainings auftreten.2 Denn auch Sport ist in gewisser Hinsicht Stress für den Körper.
Die Widerstandfähigkeit des Körpers wird gegenüber allen drei Stress-Gruppen erhöht. Auch gegenüber Mehrfachbelastungen, wie sie im Alltag durch z. B. familiäre und berufliche Verpflichtungen entstehen können, wird der Körper gestärkt.

Zurück zur Normalität trotz Stress

Die EMA (European Medicines Agency), Europäische Arzneimittel Agentur, hat einige Pflanzen als Adaptogene kategorisiert (u.a. Rosenwurz). Die speziellen Pflanzenstoffe heben laut EMA die unspezifische Abwehrkraft des Organismus an, sind sehr gut verträglich und normalisieren den Stoffwechsel. So bringen sie die unterschiedlichen Organsysteme zurück ins Gleichgewicht3,7, 9. Das bedeutet unter anderem, dass die Einnahme von Adaptogenen auch in belastenden und angespannten Situationen zur Ausgeglichenheit führt.5,10
Adaptogene sind außerdem in der Lage, die aus Stress resultierende Müdigkeit und Erschöpfung zu lindern.6,8 Die ursächlich durch Stress beeinträchtigten Körperfunktionen werden wieder ins Gleichgewicht und zurück zur Normalität gebracht9.

Seit Jahrhunderten genutzt, seit über 70 Jahren bewiesen

Bereits seit vielen hundert Jahren werden Zubereitungen aus Adaptogenen zur Kräftigung und Erhöhung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit in Skandinavien, dem Asiatischen Kontinent und darüber hinaus verwendet.11 Bereits 1947 prägte der Russische Arzt Nikolai Lazarev den Begriff „Adaptogene“ für Substanzen pflanzlichen Ursprungs, die die Widerstandskraft des Organismus unspezifisch gegen negative Einflüsse wie Stress steigern.9 Die Forschungen der nachfolgenden Jahre belegten dies und führten zum heutigen Anwendungsgebiet: der kurzfristigen Linderung von Stresssymptomen wie Erschöpfung und Schwächegefühl.11

Adaptogene: kein Aufputschmittel – kein „Down“ danach

Eine klare Abgrenzung von Adaptogenen zu Stimulanzien bzw. Aufputschmitteln (wie Kaffee, Guarana und illegalen Amphetaminen) ist wichtig. Stimulanzien erhöhen kurzzeitig die Leistungsfähigkeit, jedoch immer gefolgt von einem Leistungseinbruch. Ganz im Gegensatz zu Adaptogenen, deren Wirkung keinen Leistungseinbruch nach sich zieht. Weil Adaptogene dem Körper ermöglichen, sich einer belastenden und fordernden Situation anzupassen. Der Organismus befindet sich demnach auch während der Stresssituation im Gleichgewicht und benötigt danach keine Erholungspause, die sich in einer verringerten Leistung zeigt. Adaptogene sind außerdem gut verträglich und es wurden - im Gegensatz zu einigen Aufputschmitteln - keine Nebenwirkungen oder Abhängigkeitspotenziale beobachtet.9

1Panossian A. Understanding adaptogenic activity: specificity of the pharmacological action of adaptogens and other phytochemicals, 2017, Ann N Y Acad Sci. 2017 Aug;1401(1):49-64.
2Schulz, V., Hänsel, R. Rationale Phytotherapie. Rategeber für die ärztliche Praxis. 3. Auflage, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 1996, S. 301ff.
3Panossian A. et al. Plant adaptogens III. Earlier and more recent aspects and concepts on their mode of action. Int. J. of Phytomedicine, 1999, 6(4), 287-300.
4Meerson, F.. Adaptation, stress and prophylaxis. Springer Verlag, New York 1984.
5Hovhannisyan et al. Efficacy of Adaptogenic Supplements on Adapting to Stress: A Randomized, Controlled Trial. Hrsg.: J Athl Enhancement. Nr. 4:4, 2015.
6Olsson, E.M.G. et al. A randomised, double-blind, placebocontrolled, parallel-group study of the standardised extract SHR-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stressrelated fatigue. Hrsg.: Planta Med. Band 75, Nr. 2, 2009, S. 105–112.
7Panossian A., Georg Wikman. Evidence-Based Efficacy of Adaptogens in Fatigue, and Molecular Mechanisms Related to their Stress-Protective Activity. In: Current Clinical Pharmacology. Band 4, Nr. 3, S. 198–219, doi:10.2174/157488409789375311 (eurekaselect.com [abgerufen am 1. März 2017]).
8Spasov, A.A. et al. A double-blind, placebo-controlled pilot study of the stimulating and adaptogenic effect of Rhodiola rosea SHR-5 extract on the fatigue of students caused by stress during an examination period with a repeatedlow-does regimen. In: Phytomedicine. Band 7, Nr. 2, 2000, S. 85–89.
9European Medicines Agency (EMA) REFLECTION PAPER ON THE ADAPTOGENIC CONCEPT, London, 2008, Doc. Ref. EMEA/HMPC/102655/2007. P. 3f
10Dimpfel W. Neurophysiological Effects of Rhodiola Rosea Extract Containing Capsules (A double-blind, randomised, placebo-controlled study) Interant. J. of Nutr. An Food Sc. Pub online 2014.
11Blaschek, W. Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2016. (S. 554)