Die häufigsten Auslöser

Pollen – Blütenstaub – sind der wesentliche Auslöser für allergischen Schnupfen. Weil häufig Gräserpollen dahinter stecken, spricht man auch von „Heuschnupfen“. Eine Allergie besteht nicht generell auf alle Pollen, sondern auf mehr oder weniger begrenzte Gruppen, z. B. auf einzelne oder mehrere Süßgräser, auf Blumen-, Kräuter- oder Baumpollen. Der allergieauslösende Stoff ist jeweils ein Eiweiß, das auch in Nahrungsmitteln stecken kann. Eine Allergie auf Haselpollen, die zu Heuschnupfen führt, kann einhergehen mit einer Allergie auf Haselnüsse, die sich in einem pelzigen Gefühl auf der Zunge, Bauchkrämpfen oder Durchfall äußert (sogenannte Kreuzallergie). Die Pollen werden über den Wind in der Blütezeit über riesige Gebiete verteilt, sodass man sich ihnen kaum entziehen kann. Eine ähnlich weit verbreitete Allergie wie die Pollenallergie ist die Überempfindlichkeitsreaktion auf Hausstaub. Hier ist es der Kot der Hausstaubmilbe, der die Allergie auslöst und unterhält. Die Milben sind winzigste Spinnentiere, die praktisch überall im Hausstaub leben, sich dabei besonders in Teppichen, Bettzeug, Matratzen und Polstermöbeln aufhalten. Hautschuppen von Haustieren verursachen die (nicht ganz korrekt so bezeichnete) Tierhaarallergie, z. B. auf Meerschweinchen, Katzen, aber auch Rinder, Pferde, Hunde und andere Haustiere. Mehl und Holzstaub sind meist Allergene, die sich vor allem bei hoher beruflicher Belastung mit diesen Stäuben bemerkbar machen. Sowohl im Haushalt als auch im Beruf kommen als Allergene, die Allergien vom Soforttyp wie auch Kontaktallergien auf der Haut (verzögerter Typ) auslösen, vor allem Chemikalien wie Lösungsmittel, Farbstoffe, Holzschutzmittel und Lacke, in Frage. Das Immunsystem unterscheidet dabei nicht zwischen „natürlich“ oder „synthetisch“: sowohl Naturstoffe als auch „Chemie“ können allergen wirken. Bei den Nahrungsmittelallergien stehen Eiweiße aus Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Hefe, Getreide, Hülsenfrüchten (Soja) und Nüssen an oberer Stelle, seltener sind beispielsweise Allergien auf Schimmelpilze (auch als Edelschimmel und zur Veredelung von Säften eingesetzt!), Fleisch, Obst, Gewürze und Kräuter, Farb- und Konservierungsstoffe. Kontaktekzeme, die juckende Flächen auf der Haut verursachen, werden vielfach von Nickel, Gummi (Latex), Farbstoffen, Inhaltsstoffen in Pflegeprodukten und Kosmetika oder Arzneimitteln hervorgerufen.

Chamäleon Allergie – Vielfalt der Symptome

Wohl am weitesten verbreitet ist der Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis) bzw. der allergische Dauerschnupfen. Heuschnupfen geht mit heftigem Niesreiz, wässrigem Schnupfen, meist auch geröteten, juckenden und brennenden Augen (Augenbindehautentzündung) und erhöhter Reizbarkeit bzw. „schlechter Laune“ einher. Die allergische Reaktion ist wie andere Immunreaktionen eine „Entzündung“ (wenn auch ohne Keime!), sodass auch Fieber auftreten kann (Heufieber). Der Heuschnupfen beginnt mit der Blühperiode der Pflanze(n), die das Allergen streut, er bessert sich deutlich bei Regen (Auswaschen des Allergens aus der Luft). Auf dem Land ist morgens die Pollenbelastung am höchsten (relative Windstille in der Nacht), in der Stadt dagegen am Abend (Verwehen der Pollen vom Land her). Entsprechend verschlechtern bzw. verbessern sich auch die Symptome im Tagesverlauf.

Allergischer Dauerschnupfen äußert sich mehr in ständig verstopfter Nase. Auch hier können Niesreiz und wässrige Sekretion hinzukommen. Auslöser sind die ganzjährig vorhandenen Allergene wie Hausstaubmilbenkot, tierische Hautschuppen und Schimmelpilzsporen. Die Allergene dringen über die Mund- und Nasenschleimhaut ein, die Abwehrreaktion findet zunächst begrenzt in den oberen Atemwegen statt. Verschlechtert sich die Allergie, kann der sogenannte Etagenwechsel stattfinden: Auch die untere Etage der Atemwege, die kleineren Bronchien, sind nun betroffen. Aufgrund der allergischen Reaktion in den feineren Ästen der Luftwege schwellen die Schleimhäute an, vor allem die Ausatmung erschwert sich deutlich. Aufgrund der freigesetzten Botenstoffe wird auch die Muskulatur der Bronchien veranlasst, sich zu verengen – es kommt zur Atemnot, dem Asthma bronchiale. Vor allem bei jüngeren Patienten in den ersten drei bis vier Lebensjahrzehnten liegt einem Asthma bronchiale sehr häufig eine allergische Ursache zugrunde.

Nahrungsmittelallergien wirken sich unmittelbar auf die Schleimhäute des Magen- Darm-Traktes aus, beginnend im Mund, beispielsweise mit dem Gefühl einer pelzigen Zunge oder Juckreiz am Gaumen bis hin zu Durchfall oder Magenkrämpfen. Nahrungsmittelbestandteile können aber auch nach Aufnahme ins Blut Allergien auslösen, die dann an der Haut in Erscheinung treten (beispielsweise Neurodermitis, allergisches Ekzem). Sie können im schlimmsten Fall zum Schock führen. Ähnlich können sich eingenommene Medikamente auswirken. Die Haut kann auf das Allergen nicht nur örtlich begrenzt Ekzeme, Hautrötungen und „Pickel“ entwickeln, sondern sie kann bei heftiger allergischer Reaktion in größeren Bereichen anschwellen oder Quaddeln bilden (Nesselsucht oder Urticaria, von Urtica = Brennnessel). Eine Schwellung der Schleimhäute durch allergische Reaktion auf Nahrungsmittel, vor allem im Bereich der Atemwege, kann lebensbedrohlich werden, wenn beispielsweise der Kehlkopf zuschwillt. Das Kontaktekzem entsteht meist nicht wie Heuschnupfen an den Schleimhäuten, sondern überwiegend an der Haut. Da die allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Bläschen, Schuppen- und Krustenbildung erst mehrere Tage nach Allergenkontakt auftreten (Allergie vom verzögerten Typ), ist eine Zuordnung zum Auslöser oftmals schwierig. Insektengift-, beispielsweise Bienengiftallergien können gefährlich werden. Die Schwellungen und Kreislaufreaktionen durch das Insektengift sind bei Allergie wesentlich heftiger als durch das Gift allein zu erwarten ist. Schließlich sollen noch Allergien auf physikalische Reize wie Kälte, Wärme, Druck oder Sonnenlicht erwähnt werden. Hier werden die Immunzellen bereits durch den physikalischen Reiz veranlasst, Botenstoffe auszuschütten.