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Entzündungen

Entzündungen

Sind Sie schon einmal von einer Wespe oder einem anderen Insekt gestochen worden? Dann kennen Sie bestimmt die typischen Symptome, die bereits kurz danach rund um die Einstichstelle sichtbar sind. Wenn der Juckreiz sich bemerkbar macht, lässt sich das Kratzen nur schwer unterdrücken. Die Bakterien haben nun ein leichtes Spiel und dringen in die offene Wunde ein, der Körper reagiert – es entsteht eine Entzündung. Doch was passiert da eigentlich genau? Wie können wir unseren Körper bei einer Entzündung auf natürliche Weise unterstützen?

Wie entsteht eine Entzündung (Inflammation)?

Eine Entzündung ist eine komplexe Reaktion des Organismus auf Gewebs- oder Zellschäden mit dem Ziel, den Auslöser dieser Beschädigungen einzugrenzen und zu vernichten. Fast immer treten die sogenannten Kardinalsymptome bei einer Entzündung auf.

Symptome einer Entzündung

  • Funktionsstörung (medizinisch: Functio laesa)
  • Schmerz (medizinisch: Dolor)
  • Schwellung (medizinisch: Tumor im Bereich der Anschellung)
  • Rötung (medizinisch: Rubor)
  • Überwärmung (medizinisch: Kalor)

 

Als mögliche Auslöser bei einer Reaktion, die mit einer Entzündung zu tun hat kommen dabei verschiedene Faktoren infrage.

Ursachen für eine Entzündung

  • Gewebszerstörung mit Entstehung von Gewebstrümmern
  • infektiöse Erreger wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten
  • mechanische Einflüsse durch Reibung oder Fremdkörper
  • physikalische Faktoren, wie Temperaturen oder Strahlungen
  • chemische Einflüsse
  • in Ausnahmefällen: körpereigenes Gewebe

 

Um diese Gefahrenquellen abzuwehren steht dem Körper ein ausgeklügelter Mechanismus zur Verfügung, der es im besten Falle ermöglicht sich selbst zu heilen. Bei langwierigeren Entzündungen erfolgt der Wiederherstellungsprozess allerdings nicht zu 100% - es bleibt dann oft ein funktionell vermindertes Narbengewebe übrig.

Was passiert bei einer Entzündung im Körper?

Im Gebiet der Entzündung laufen verschiedenen Reaktionen ab:

  1. Aktivierung der Botenstoffe – die Poren der Kapillaren weiten sich, sodass Blutplasma sowie die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) an der Entzündungsstelle austreten können
  2. Ausschwitzung (Exsudation) – führt zu einer Gewebsschwellung (Ödem) mitsamt Entzündung
  3. Bekämpfung – weiße Blutkörperchen und die ansässigen Fresszellen (Phagozyten) bilden einen Saum um das Gebiet der Entzündung und zerstören infizierte oder anderweitig geschädigte Gewebeanteile
  4. Nekrose – es bildet sich eine Nekrose-Zone aus abgestorbenem Gewebe, aus dessen Trümmern durch Enzyme der Leukozyten flüssiger Eiter entsteht
  5. Blutgerinnung – kleinere Blutgefäße in der Nähe des Entzündungsherdes verschließen sich und es wird neues Gewebe gebildet

 

Auch bei einer zunächst örtlich begrenzten Entzündung kommt es oftmals zu einer Mitreaktion des Gesamtorganismus: Weiße Blutkörperchen werden nicht nur in das Gebiet der Entzündung ausgeschwemmt, sondern auch ins Blut. Es kommt zur Vermehrung bestimmter Bluteiweiße (Proteine, Antikörper), die der Abwehr von Schadstoffen dienen.

Der Organismus reagiert dann mit Abgeschlagenheit, Fieber, erhöhtem Schlafbedürfnis und Appetitverminderung. Bei ausgedehnten, heftigen Entzündungen kann es zum Blutdruckabfall und im Extremfall zum Kreislaufschock kommen.

Wie werden Entzündungen unterschieden?

Entzündungen werden zum einen nach ihrem zeitlichen Verlauf differenziert und zum anderen werden gesonderte Entzündungsvarianten anhand der charakteristischen Erscheinungsbilder unterschieden.

Entzündungen nach ihrer chronologischen Abfolge

  • Akute Entzündung – eineheftige Reaktion der Entzündung mit relativ kurzem Verlauf
  • Perakute (hyperakute) Entzündung – ist eine sehr heftige Reaktion der Entzündung mit sehr kurzem Verlauf, die oft tödlich endet
  • Chronische Entzündung – hat einen lang anhaltenden Verlauf und entwickelt sich entweder aus einer akuten Entzündung wie zum Beispiel durch eine Tuberkulose, oder sie ist primär chronisch mit schleichendem Beginn wie zum Beispiel bei einer chronischen Polyarthritis
  • Wiederkehrende (rezidivierende) Entzündung – wechselt zwischen Schub- und Ruhephasen (Remission) ab, was ein Anzeichen auf eine geschwächte Immunabwehr sein kann

 

Entzündungen nach ihrem Erscheinungsbild

  • Seröse Entzündung – dabei steht die Bildung einer großen Menge eiweißreicher Flüssigkeit (Exsudat) im Vordergrund, die in ihrer Zusammensetzung dem Blutplasma ähnelt. Hierzu zählt unter anderem die Quaddelbildung nach einem Insektenstich und die serös-schleimige Entzündung wie zum Beispiel bei einem Schnupfen.
  • Geschwürige (ulzerativ) Entzündung – es entsteht ein tiefreichender Haut-, Schleimhaut- oder Gefäßinnenwanddefekt wie beim Ulkus oder beim Geschwür.
  • Granulomatöse Entzündung – ist charakteristisch durch kleine, tumorartige Knötchen - die Granulome, wie zum Beispiel bei Tuberkulose
  • Proliferativen Entzündung – hier steht die Neubildung vor allem von Bindegewebe produzierenden Fibroblasten im Vordergrund, was zu Funktionseinschränkungen führt
  • Eitrige Entzündung (pyogen) – aus den zahlreich in das Gebiet der Entzündung eingewanderten Leukozyten und den Gewebstrümmern entsteht Eiter, der aus dem Körper ausgestoßen wird

Solche Entzündungen werden insbesondere durch Eiter erregende Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Der Eiter kann sich dabei auch in abgekapselten Hohlräumen (Abszess), flächenhaft wie zum Beispiel unter der Haut oder in vorgebildeten Hohlräumen ansammeln (Empyem).

Wie die Naturheilkunde bei Entzündungen zum Einsatz kommt

Die Behandlung bei Entzündungen ist abhängig von der Ursache und der Art der Entzündung. Entzündungshemmende Naturstoffe und Pflanzen dämpfen das Geschehen der Entzündung ein und können damit die Beschwerden einer Entzündung in ihrer Stärke reduzieren. Phytopharmaka genießen bei den Patienten oft eine wesentlich höhere Beliebtheit als Arzneimittel synthetischen Ursprungs.

Zu den pflanzlichen Heilmitteln gehören die milderen entzündungshemmenden Extrakte aus Beinwell, Arnika und Kamille zur äußerlichen Anwendung sowie meist innerlich einzunehmende Enzympräparate, die insbesondere bei Entzündungen der Weichteile eingesetzt werden. Teufelskralle und Weiderinde sind bereits seit Jahrhunderten in der Volksmedizin erfolgreich bei Entzündungen im Einsatz – aber auch Naturstoffen wie Kurkumin, Falscher Pfeffer, Kokum und Weihrauch wird eine antientzündliche Wirkung nachgesagt.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.