Erschöpfung, Atemnot oder geschwollene Beine – diese Symptome können viele Ursachen haben. Manchmal steckt aber auch eine Herzschwäche dahinter. Da sich die Beschwerden schleichend entwickeln, bleibt die Erkrankung anfangs oft unentdeckt. Eine frühe Diagnose und Behandlung sind aber entscheidend, um die Lebensqualität zu erhalten.1

Was ist eine Herzschwäche?

Bei der Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in und durch den Körper pumpen. Die Organe und anderes Gewebe werden dadurch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folge: Die Betroffenen sind weniger leistungsfähig. Vor allem ältere Menschen über 65 Jahren leiden darunter, Frauen und Männer gleichermaßen. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit immer mehr zu.2

Auslöser für eine Herzinsuffizienz ist oft eine Vorerkrankung, die den Herzmuskel oder die Gefäße schädigt, wie zum Beispiel:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Herzinfarkt 
  • Bluthochdruck
  • Erkrankung der Herzklappen
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzrhythmusstörungen

Aber auch Alkohol, Drogen sowie bestimmte Medikamente (z.B. Zytostatika, die die Entwicklung und Vermehrung schnell wachsender Zellen hemmen) können als Ursache für eine Herzschwäche infrage kommen.3

Eine Herzschwäche kann plötzlich (innerhalb von Minuten oder Stunden) auftreten, zum Beispiel als Folge eines Herzinfarkts: Dabei wird das Herzmuskelgewebe geschädigt und das Herz kann nicht mehr richtig funktionieren. In diesem Fall sprechen Fachleute von einer akuten Herzinsuffizienz. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der schnelle Behandlung erfordert. Eine sogenannte chronische Herzschwäche dagegen bleibt zu Beginn oft unbemerkt und entwickelt sich über einen längeren Zeitraum1

Herzinsuffizienz: Das sind die Symptome

Eine Herzinsuffizienz kann unterschiedliche Symptome auslösen.  Zu den häufigsten gehören folgende:1

  • nachlassende Leistungsfähigkeit im Alltag (z.B. beim Treppensteigen, Wandern etc.) 
  • Atemnot etwa beim Sport oder anderen anstrengenden Tätigkeiten, bei einer weiter fortgeschrittenen Herzschwäche auch bereits bei leichten Anstrengungen (z.B. Spazierengehen, Hausarbeit)
  • Gewichtszunahme aufgrund von Wassereinlagerungen (v.a. als Schwellung in Knöcheln  und Füßen sichtbar) bei fortgeschrittener Herzschwäche

Weitere Symptome einer Herzschwäche können nächtlicher Harndrang, ein beschleunigter Puls, Schwindelgefühl, Husten oder Rasselgeräusche beim Atmen, ein beschleunigter Atem sowie kalte Finger, Füße und Beine sein.1

Warum ist die Früherkennung bei Herzinsuffizienz so wichtig?

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um ein Fortschreiten der Herzschwäche zu stoppen oder zu verlangsamen. Mit der richtigen Therapie lassen sich zudem Beschwerden lindern und oft sowohl Lebensqualität als auch Lebenserwartung verbessern. Wer bei körperlicher Belastung ungewöhnlich schnell Atemnot bekommt, sollte die Beschwerden bei einem Arzt oder einer Ärztin abklären lassen. Auch andere, unspezifische Symptome einer Herzinsuffizienz wie etwa eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder Erschöpfung erfordern ärztlichen Rat.3

Die Behandlung einer Herzschwäche setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Therapie der Grunderkrankung
  • Medikamente zur Entlastung des Herzmuskels und Linderung der Beschwerden
  • angepasste Bewegungstherapie steigert die körperliche Belastbarkeit

Manchmal können auch spezielle Herzschrittmacher zum Einsatz kommen. Diese werden in den Herzmuskel implantiert und können das Herz unterstützen.2

Herzschwäche: Was können Sie selbst tun?

Du selbst kannst einiges tun, um dein Herz zu stärken. Denn der Lebensstil hat einen entscheidenden Einfluss auf die Herzgesundheit und kann Vorerkrankungen, die eine Herzschwäche auslösen, vorbeugen. Dazu gehört vor allem, Übergewicht zu vermeiden, nicht zu rauchen, sich regelmäßig zu bewegen und nur wenig oder gar keinen Alkohol zu trinken. Gut für das Herz ist es zudem, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, ausreichend und regelmäßig zu schlafen und für genügend Entspannung im Alltag zu sorgen.4,2

Wer bereits an einer Herzschwäche leidet, sollte zudem darauf achten, die verschriebenen Medikamente richtig einzunehmen. Dabei kann ein Medikamentenplan helfen, den du zusammen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin erstellst. Dieser unterstützt dich auch dabei, mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln im Blick zu behalten.2

Pflanzliche Unterstützung für ein starkes Herz

Pflanzliche Unterstützung für das Herz spielt in der Volksheilkunde eine große Rolle. Bekannt ist vor allem Weißdorn, der bei leichter Herzinsuffizienz eingesetzt wird. Klinische Daten bestätigen die Wirksamkeit.5 

Unterstützend eingesetzt werden auch Adoniskraut, Maiglöckchen, Meerzwiebel (Scilla) und Oleander – nicht nur um das Herz zu stärken, sondern auch bei niedrigem Blutdruck und Venenschwäche. Da Stress und Unruhe Herzbeschwerden begünstigen können, kommen auch Melisse, Baldrianwurzel oder Labvendelblüten zum Einsatz. Traditionelle Anwendung finden auch Zubereitungen mit Knoblauch (um Arteriosklerose vorzubeugen) sowie Herzgespannkraut (bei Nervosität und nervösen Herzbeschwerden). Grundsätzlich gilt: Falls du pflanzliche Mittel nehmen möchtest, um dein Herz zu stärken, frage vorab immer deinen Arzt oder deine Ärztin um Rat.6,7

Was bedeutet systolische bzw. diastolische Herzinsuffizienz?

  • Bei der systolischen Herzinsuffizienz ist die Pumpkraft des Herzens vermindert. Der Herzmuskel kann sich nicht ausreichend zusammenziehen, dadurch wird weniger Blut in den Körperkreislauf gepumpt. Fachleute bezeichnen dies auch als Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurfleistung (heart failure with reduced ejection fraction =  HFrEF).

  • Bei der diastolischen Herzinsuffizienz bleibt die Pumpkraft erhalten, allerdings ist die Dehnbarkeit des Herzmuskels eingeschränkt. Das Herz kann sich nicht ausreichend entspannen und füllen. Es kommt zu einem Rückstau von Blut in die Lunge und zu einer verminderten Sauerstoffaufnahme. Medizinisch spricht man auch von einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurfleistung (heart failure with preserved ejection fraction = HFpEF)

Beide Formen können ähnliche Symptome wie Atemnot, Leistungsminderung und Flüssigkeitsansammlungen verursachen.7,8

Wie schnell schlägt ein gesundes Herz?

Wie schnell schlägt ein gesundes Herz?9

Ruhepuls für Frauen nach Alter und körperlicher Fitness 

körperliche Fitness 18-25 Jahre 26-35 Jahre 36-45 Jahre 46-55 Jahre 56-65 Jahre 65+ Jahre
Athlet 54-60 54-59 54-59 54-60 54-59 54-59
Exzellent 61-65 60-64 60-64 61-65 60-64 60-64
Gut 66-69 65-68 65-69 66-69 65-68 65-68
überdurchschnittlich 70-73 69-72 70-73 70-73 69-73 69-72
durchschnittlich 74-78 73-76 74-78 74-77 74-77 73-76
unterdurchschnittlich 79-84 77-82 79-84 78-83 78-83 77-84
Schlecht 85+ 83+ 85+ 84+ 84+ 84+

Ruhepuls für Männer nach Alter und körperlicher Fitness 

körperliche Fitness 18-25 Jahre 26-35 Jahre 36-45 Jahre 46-55 Jahre 56-65 Jahre 65+ Jahre
Athlet 49-55 49-54 50-56 50-57 51-56 50-55
Exzellent 56-61 55-61 57-62 58-63 57-61 56-61
Gut 62-65 62-65 63-66 64-67 62-67 62-65
überdurchschnittlich 66-69 66-70 67-70 68-71 68-71 66-69
durchschnittlich 70-73 71-74 71-75 72-76 72-75 70-73
unterdurchschnittlich 74-81 75-81 76-82 77-83 76-81 74-79
Schlecht 82+ 82+ 83+ 84+ 82+ 80+