Steife Finger, knirschende Schultern, schmerzende Knie – Arthrose hat viele Gesichter. Sie ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung. Besonders in der zweiten Lebenshälfte leiden viele Menschen unter Arthrose, Frauen etwas häufiger als Männer. Die gute Nachricht: Oft lässt sich frühzeitig gegensteuern, auch ohne Arzneimittel.1

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine oft schleichend beginnende Erkrankung der Gelenke. Gelenke dienen als Verbindungsstellen der Knochen im menschlichen Skelett. Eine widerstandsfähige Knorpelschicht schützt die Knochenenden, die an diesen Stellen aufeinandertreffen. Bei Arthrose nutzt sich der Gelenkknorpel ab und es entstehen Schäden, die der Körper nicht ausreichend reparieren kann. Auf Dauer verändern sich auch die Knochenstrukturen rund um das Gelenk.2

Manche Gelenke sind öfter betroffen als andere. Besonders häufig ist:3

  • Arthrose am Knie 
  • Arthrose in der Hüfte 
  • Arthrose der Finger
  • Arthrose der Wirbelgelenke

Darüber hinaus können verschiedene andere Gelenke erkranken, zum Beispiel in Form einer Arthrose der Schulter, am Handgelenk oder am Fuß, etwa am Großzehengelenk. Der Gelenkknorpel nutzt sich mit zunehmendem Lebensalter ab; aber auch bestimmte Verletzungen, Fehlstellungen und Infektionen der Gelenke begünstigen eine Arthrose.2,4

Was sind bei Arthrose typische Symptome?

Arthrose äußert sich durch Symptome wie:2

  • Schmerzen bei Belastung des Gelenks
  • Schmerzen bei den ersten Bewegungen (Anlaufschmerz), später auch in Ruhe
  • Steife Gelenke, besonders zu Tagesbeginn (Morgensteifigkeit)
  • Geschwollene Gelenke
  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • Verspannte Muskeln rund um das Gelenk

Oft treten bei einer beginnenden Arthrose die Schmerzen zunächst nur bei längerer Belastung auf, zum Beispiel beim Joggen im Knie oder beim Schreiben in den Fingern. “Anlaufschmerz” bedeutet hingegen, dass zum Beispiel die Bewegung des Loslaufens Schmerzen verursacht, diese aber nach einigen Schritten von alleine abklingen.3

Mit fortschreitender Arthrose treten die Symptome auch ohne Belastung auf, sodass die Schmerzen den Schlaf stören können. Die Gelenke können dauerhaft steif und geschwollen sein, knirschende Geräusche machen und sich auch sichtbar verformen.3

Welche Möglichkeiten gibt es zur Arthrose-Behandlung?

Zunächst ist es wichtig, eine mögliche Arthrose ärztlich abklären zu lassen. Die Ärztin oder der Arzt kann ausschließen, dass Verletzungen oder andere rheumatische Erkrankungen hinter den Gelenkschmerzen stecken. Steht die Diagnose, gibt es – je nach Schweregrad und betroffenen Gelenken – verschiedene Ansätze zur Arthrose-Behandlung.3

Arthrose-Therapie ohne Arzneimittel

Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit Ihnen unterschiedliche Maßnahmen zur Arthrose-Behandlung, die individuell auf Sie und Ihre Gelenke abgestimmt sind. Dazu gehören zum Beispiel:5

  • Physiotherapie
  • Reha-Sport oder Funktionstraining
  • Ergotherapie
  • stützende Verbände

Regelmäßige Bewegung ist wichtig, damit der Gelenkknorpel gut versorgt und funktionstüchtig wird. Statt schonen gilt bei Arthrose also: richtig bewegen! Besser als Fußballspielen oder Skifahren sind zum Beispiel Radfahren, Schwimmen und Wandern.4

Im Rahmen einer Physiotherapie können Sie die Gelenke mobilisieren und den Körper auf gesunde Art in Bewegung bringen. Eine Ergotherapie zielt bei Arthrose darauf ab, gelenkschonendes Verhalten im Alltag zu lernen – auch mit Hilfsmitteln wie Griff- oder Gehhilfen.4

Medikamente gegen Arthrose

Es gibt derzeit kein Medikament, mit dem sich eine Arthrose ursächlich heilen lässt. Verschiedene Wirkstoffe können aber dabei helfen, Schmerzen und Entzündungen der Gelenke zu reduzieren. Am häufigsten kommen zur Arthrose-Behandlung nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen zum Einsatz. Die aktuellen medizinischen Leitlinien empfehlen, sie nach Möglichkeit äußerlich anzuwenden – zum Beispiel als Creme oder Salbe. Reicht dies nicht aus, ist der nächste Schritt, die Schmerzmittel als Tabletten einzunehmen. Diese können auf Dauer aber unter anderem Magenprobleme verursachen.5

Alternativ oder ergänzend können Arthrose-Betroffene einen Versuch mit dem Aminozucker Glucosamin (als Kapseln) machen. Dies ist eines von mehreren Nahrungsergänzungsmitteln, die häufig in der Arthrose-Behandlung häufig unterstützend zum Einsatz kommen.5

Bei akuten Entzündungen kann die Ärztin oder der Arzt auch eine Kortison-Spritze in das betroffene Gelenk injizieren. Auch Injektionen mit Hyaluronsäure werden seit vielen Jahren eingesetzt, um die Arthrose-Symptome abzumildern. Starke Schmerzmittel (Opioide) gelten als letzte Option, wenn alle anderen Maßnahmen den Arthrose-Schmerz nicht lindern.5

Je nach Art der Arthrose gibt es gegebenenfalls auch die Möglichkeit einer Operation. So lässt sich zum Beispiel ein erkranktes Kniegelenk aufbauen oder durch ein künstliches Gelenk ersetzen.5

Arthrose und Ernährung

Eine antientzündliche Ernährung kann die Arthrose-Behandlung möglicherweise unterstützen. Für Menschen mit Übergewicht gilt: Körperfett zu reduzieren nimmt nicht nur Druck von Hüft- und Kniegelenken, sondern kann sich auch positiv auf Entzündungsprozesse im Körper auswirken.6

Als günstig für die Ernährung bei Arthrose gelten:6

  • pflanzenbasierte Nahrungsmittel; wenig Fleisch, insbesondere verarbeitetes Fleisch wie Wurstwaren, dafür eine reiche Auswahl an Obst und Gemüse
  • wenig Kuhmilch und tierische Milchprodukte - besser sind pflanzliche Alternativen wie Hafer- oder Mandelmilch
  • Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel in Form von Leinöl und fettreichem Seefisch
  • frische Kräuter und Gewürze wie Kurkuma, Kreuzkümmel und Muskat
  • gesunde Fette und Ballaststoffe aus Nüssen, Samen und Kernen