Gelenkschmerzen sind weit verbreitet: Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 20 Millionen Deutsche darunter leiden. Die Ursachen können unterschiedlich sein. Grundsätzlich besteht die Behandlung immer aus verschiedenen Maßnahmen: Neben Schmerzmitteln können dabei auch Hausmittel und die richtige Ernährung hilfreich sein. Wichtig zu wissen ist, dass Betroffene viel selbst tun können, um Gelenkschmerzen zu lindern.4
Was sind Gelenkschmerzen – und wie äußern sie sich?
Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen zwei Knochen. Sie bestehen aus den Gelenkflächen der Knochen, die mit Knorpel überzogen sind, einem flüssigkeitsgefüllten Gelenkspalt und einer schützenden Gelenkkapsel. Die Knorpelschicht sorgt für reibungslose Bewegungen und verteilt den Druck. Zellen in der Gelenkkapsel produzieren Gelenkschmiere, die den Knorpel ernährt und das Gelenk als Stoßdämpfer schützt. Um das Gelenk herum liegen Sehnen, Bänder und Muskeln. Sind diese Gewebe und Strukturen beeinträchtigt, etwa durch eine Erkrankung, können Gelenkschmerzen entstehen.12
Gelenkschmerzen sind Schmerzen, die in einem Gelenk oder mehreren Gelenken des Körpers auftreten können. Sie äußern sich durch Symptome wie stechende, dumpfe oder pulsierende Schmerzen sowie durch Schwellung, Überwärmung, Rötung und eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks.1,2 Fachleute unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Gelenkschmerzen:
- Anlaufschmerzen/Loslaufschmerzen: zu Beginn einer Bewegung (z. B. nach langem Sitzen oder nach dem Aufstehen am Morgen)3
- Ruheschmerz: ohne körperliche Belastung, auch nachts4
- Bewegungsschmerz: bei normaler körperlicher Aktivität5
Grundsätzlich sind Gelenkschmerzen am ganzen Körper möglich. Besonders häufig betroffen sind Knie-, Hüft-, Schulter-, Finger- und Fußgelenke.4
Was sind mögliche Ursachen von Gelenkschmerzen?
Gelenkschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten sind neben einer Gelenkentzündung (Arthritis) auch der sogenannte Gelenkverschleiß (Arthrose). Gelenke können sich durch
- Autoimmunerkrankungen (Rheuma, führt insbesondere zu Gelenkschmerzen in den Fingern),
- Infektionen mit Bakterien (z. B. nach Operationen)
- oder Stoffwechselstörungen (z. B. Gicht)
entzünden.
Eine Arthrose entwickelt sich mit dem Alter bzw. durch Abnutzung, wenn etwa das Gelenk zu stark oder ungleichmäßig belastet wird. Durch die Abnutzungserscheinungen kann sich das Gelenk im Lauf der Zeit ebenfalls entzünden. Gelenkschmerzen im Ruhezustand deuten oft auf Entzündungen hin. 4
Weitere Auslöser für Gelenkschmerzen können zum Beispiel folgende sein:5
- Verletzungen (z. B. eine Verstauchung)
- Virusinfektionen (z. B. eine Grippe oder Windpocken)
- bestimmte Medikamente
Bei manchen Menschen treten Muskel- und Gelenkschmerzen auch gleichzeitig auf. Das kann auf eine sogenannte Fibromyalgie hindeuten, eine oftmals chronisch verlaufende Schmerzerkrankung.6
Wann sollte ich bei Gelenkschmerzen ärztliche Hilfe suchen?
Es ist wichtig, sich frühzeitig ärztliche Hilfe zu holen, wenn Gelenkschmerzen auftreten. Arzt oder Ärztin können die zugrundeliegende Ursache feststellen und dann die richtige Behandlung beginnen. Das kann nicht nur die Beschwerden lindern, sondern auch fortschreitende Schäden am Gelenk verhindern. Folgende Symptome solltest du ärztlich abklären lassen, vor allem wenn sie länger als drei Tage anhalten, sich verschlimmern oder sich zusätzlich auf weitere Gelenke des Körpers ausbreiten: 4
- Schmerzen, die die Bewegung einschränken
- Rötung des betroffenen Gelenks
- Schwellung des betroffenen Gelenks
- plötzlich auftretende Gelenkschmerzen am ganzen Körper
Was hilft gegen Gelenkschmerzen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Gelenkschmerzen zu lindern. Bei akuten Beschwerden können entzündungshemmende Schmerzmittel helfen. Auch Hausmittel wie kühlende Wickel mit Quark oder Pfefferminzöl empfinden viele Betroffene bei akuten Gelenkschmerzen als angenehm. Physikalische Maßnahmen wie Anwendungen mit Wärme (z.B. warme Bäder, fördern die Durchblutung) oder Kälte (z.B. kalte Kompressen, gut bei Entzündungen) gehören zu den klassischen Methoden, die begleitend bei der Behandlung von Gelenkschmerzen eingesetzt werden.2,4
Eine Physiotherapie mit gezielten Dehnungs- und Kräftigungsübungen verbessert zudem die Beweglichkeit und lindert Schmerzen. Frauen, bei denen in den Wechseljahren Gelenkschmerzen auftreten, können eine Hormonersatztherapie (HRT) versuchen. Betroffene können aber auch durch ihren Lebensstil etwas gegen Gelenkschmerzen tun. Regelmäßige Bewegung (z.B. durch gelenkschonende Sportarten wie Fahrrad fahren oder Schwimmen) erhöht die Beweglichkeit, fördert die Durchblutung und kräftigt die Muskulatur.
Wer zudem auf Alkohol und Nikotin verzichtet und sich gesund ernährt (vorwiegend pflanzlich), schützt seinen Körper vor Entzündungen und fördert die Gesundheit des Gelenkknorpels.2,4
Gelenkschmerzen ganzheitlich behandeln: Naturheilkundliche Ansätze
Die Naturheilkunde bietet verschiedene Möglichkeiten, Gelenkschmerzen ganzheitlich zu behandeln. Einige Methoden eignen sich bereits in einem frühen Stadium, also wenn Gelenkschmerzen zum ersten Mal auftreten.7
Als Heilpflanzen haben sich zum Beispiel folgende bewährt:8,9
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Teufelskralle: Ihre Wurzel wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd, besonders bei Arthrose.
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Weidenrinde: enthält Salicylate, die ähnlich wie Aspirin wirken und Schmerzen sowie Entzündungen reduzieren können
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Weihrauch: Die enthaltenen Triterpensäuren (Boswelliasäuren) wirken entzündungshemmend, indem sie das entzündungsfördernde Enzym 5-Lipoxygenase in ein entzündungsauflösendes Enzym umprogrammieren.
Neben Heilpflanzen spielt auch die Akupunktur eine wichtige Rolle. Sie gehört zu den verbreiteten Verfahren der Komplementären und Integrativen Medizin. Es gibt wissenschaftliche Nachweise, dass Akupunktur bei Gelenkschmerzen, vor allem bei chronischer Kniegelenksarthrose und den damit einhergehenden Knieschmerzen, wirksam sein kann.10
Auch Kneipp-Güsse empfinden viele Betroffene bei Gelenkschmerzen als angenehm. Damit sie wirken, sollten sie mindestens einmal täglich durchgeführt werden. Das geht auch ganz einfach in der Dusche.7
Der Knorpel ernährt sich durch Bewegung.
Der Knorpel in unseren Gelenken besitzt keine eigenen Blutgefäße und wird daher hauptsächlich durch Bewegung ernährt. Beim Bewegen der Gelenke entsteht ein Wechselspiel aus Belastung und Entlastung: Während der Belastung werden Abfallstoffe aus dem Knorpel herausgepresst, in der Entlastungsphase saugt der Knorpel frische Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit auf. Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren fördert daher die Versorgung und Gesundheit des Knorpels und kann Abbauprozessen entgegenwirken.11