Kurkuma zählt zu den ältesten Heilpflanzen der Welt. Die auffällig gelbe Wurzel stammt ursprünglich aus Südostasien und wird seit Jahrhunderten nicht nur als Gewürz, sondern auch für ihre potentiell gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt. Insbesondere bei Magen-Darm-Beschwerden findet sie traditionell Anwendung. Darüber hinaus wird Kurkuma eine positive Wirkung auf verschiedene Krankheiten wie Diabetes oder Arthrose nachgesagt. Von medizinischem Interesse ist vor allem der Hauptwirkstoff Curcumin, der jedoch aufgrund seiner geringen Bioverfügbarkeit eine Herausforderung für die Nutzung darstellt.1,2

Herkunft der Kurkuma-Pflanze

Die Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa) gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und stammt ursprünglich aus der tropischen Region Tamil Nadu im Südosten Indiens. Dort gedeiht sie unter warmen Bedingungen mit Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius und ist auf viel Niederschlag angewiesen. Die Kurkuma-Pflanze kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen, trägt lanzenförmige Blätter und bildet an der Spitze des Blattstiels weiß-grünliche bis purpurfarbene Blüten. 

Charakteristisch und für therapeutische Zwecke interessant sind jedoch ihre auffällig gelben bis orangefarbenen Wurzelknollen (die sogenannten Rhizome), die stark verzweigt in die Erde reichen. Die prägnante Farbe wird durch den zentralen Inhaltsstoff Curcumin verursacht, dem viele potenziell gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Zudem ist Kurkuma ein wichtiger Bestandteil von Currypulver und findet häufig Anwendung als Färbemittel in der Lebensmittelindustrie.3,4

Kurkuma-Pflanze mit frischer Kurkumawurzel und Blüte – traditionell bekannt zur Unterstützung bei Entzündung von Knochen und Gelenken.
Kurkuma-Pflanze mit frischer Wurzel und charakteristischer Blüte – natürliche Quelle wertvoller Pflanzenstoffe.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Kurkuma

Neben ätherischen Ölen enthalten Kurkuma-Arten wie Curcuma longa (Kurkuma) und Curcuma xanthorrhiza (Javanische Gelbwurz) sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Curcuminoide. Zu ihnen gehört auch Curcumin, das seit Hunderten von Jahren in der asiatischen Medizin eingesetzt wird und für seine positive Wirkung auf die Verdauung bekannt ist.4

Darüber hinaus zeigen verschiedene Studien, dass Curcumin Entzündungen und Zellschäden im Körper verringern kann, da der Pflanzenstoff bestimmte Botenstoffe und Enzyme hemmt, die diese fördern. Somit könnte sich Curcumin zur unterstützenden Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie Arthritis, Morbus Crohn, Pankreatitis und verschiedenen Hautleiden eignen. Ebenso scheint Curcumin den Zuckerstoffwechsel positiv zu beeinflussen, indem es den Blutzuckerspiegel senkt. Damit kann der Pflanzenwirkstoff helfen, der Entstehung von Diabetes vorzubeugen.5,6,7,8,9,10,11,12

Bei den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirkung von Curcumin spielt jedoch die Form und Konzentration eine entscheidende Rolle. Viele Studienergebnisse beruhen auf hohen Dosierungen und speziellen Zusammensetzungen, die nicht allein über die Ernährung aufgenommen werden können oder in handelsüblichen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Um die positiven Effekte von Curcumin sicher zu belegen, müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden.2

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Traditionelles Wissen trifft moderne Technologie

Formen von Kurkuma und die Herausforderung der Nutzung

In der Küche kommt Kurkuma häufig in seiner natürlichen Form als frische Knolle oder als getrocknetes Pulver zum Einsatz. Optisch ähnelt Kurkuma der Ingwerknolle, unterscheidet sich jedoch durch die intensiv gelbe Farbe. Sie schmeckt erdig-würzig mit einer leicht bitteren Note – eine Kombination, die sie zu einem beliebten Gewürz in Gerichten wie Currys oder Suppen macht. Im Gegensatz zur Knolle, ist Kurkumapulver länger haltbar und lässt sich einfach dosieren. Der Anteil des gesundheitsfördernden Inhaltsstoffes Curcumin beträgt jedoch nur etwa fünf Prozent.1 

Für eine therapeutische Nutzung gibt es daher Kurkuma-Kapseln. Sie enthalten höhere Mengen von Curcumin und sind häufig mit bestimmten Zusatzstoffen kombiniert.1

Wie lässt sich die Bioverfügbarkeit von Curcumin verbessern?

Bei der Nutzung von Curcumin gibt es eine Herausforderung: Der Pflanzenstoff weist eine geringe Bioverfügbarkeit auf. Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut ein Stoff nach der Einnahme vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Curcumin ist schlecht wasserlöslich, was bedeutet, dass der Körper nur wenig davon über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen kann. Ein großer Teil wird also ungenutzt wieder ausgeschieden und die gesundheitsfördernde Wirkung bleibt aus. Inzwischen gibt es jedoch Methoden, die die Aufnahme von Curcumin verbessern.5

Curcumin und Piperin

Eine bewährte Methode ist die Kombination mit Piperin, einem natürlichen Inhaltsstoff aus schwarzem Pfeffer. Piperin kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin um das bis zu 20-Fache steigern, indem es die Aufnahme im Darm erhöht und den Abbau in der Leber verlangsamt. Aus diesem Grund enthalten viele Curcumin-Präparate Piperin.13

Curcumin und Mizellentechnologie

Eine effektive Methode zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Curcumin besteht in der sogenannten Mizellentechnologie. Dabei wird Curcumin in mikroskopisch kleine, wasserlösliche Strukturen verpackt – sogenannte Mizellen. Sie schützen den Inhaltsstoff und verbessern seine Aufnahme im Körper. Einige Studien zeigen, dass mizelliertes Curcumin eine 185-fach höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zu nativem Pulver aufweist.14

Balkendiagramm zur relativen Resorption von Curcumin: Natives Curcumin erreicht ×1, Mikronisat ×9, Curcumin mit Pfefferextrakt ×20 und Mizellen-Curcumin ×185.
Bioverfügbarkeit im Vergleich: 185-fach höhere Bioverfügbarkeit durch Mizellentechnologie14