Uridinmonophosphat, ein Baustein der RNA (Ribonukleinsäure), ist an Reparatur- und Regenerationsprozessen von Nerven beteiligt. Es kann von den Nervenzellen selbst gebildet werden.
Was ist Uridinmonophosphat?
Uridinmonophosphat (UMP), auch als Uridylat oder 5'-UMP bezeichnet, gehört zur Gruppe der Nukleotide und ist ein wichtiger Bestandteil der Ribonukleinsäure (RNAs). Ein Nukleotid ist ein Molekül, das aus Phosphorsäure, Zucker und einer Nukleinbase aufgebaut ist. Bei UMP ist die Nukleinbase Uridin. Diese kommt nur in der Ribonukleinsäure (RNS) vor. Die RNS wiederum liefert die nötigen Informationen, um Proteine bilden zu können. UMP ist in allen lebenden Zellen enthalten. Es kann vom Körper selbst hergestellt (synthetisiert) oder über die Ernährung beziehungsweise in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden.1,2,3
Uridinmonophosphat und seine biologischen Funktionen
UMP ist nicht nur als Baustein für deine RNS wichtig, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in verschiedenen zellulären Prozessen, unter anderem im Nervensystem. UMP dient beispielsweise als Vorstufe für andere Nukleotide, die zur Herstellung von Phosphatidylcholin gebraucht werden. Phosphatidylcholin ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Membran von Nervenzellen. Es sorgt dafür, dass neuronale Membranen richtig gebildet und erhalten werden können. Außerdem deuten Labor-Daten darauf hin, dass UMP die Funktion der Synapsen, also der Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen, unterstützt.2,3
Auch im Muskelgewebe scheint UMP grundlegende molekulare Mechanismen zu beeinflussen: In einer Labor-Studie steigerte UMP die Bildung des Proteins PGC-1α, das die Umwandlung von schnellen zu langsamen Muskelfasern fördert. Gleichzeitig hemmte UMP ein Enzym, das bei Muskelschwund aktiv ist.3
Uridinmonophosphat als Nahrungsergänzungsmittel
UMP kann zusammen mit anderen Mikronährstoffen wie Cytidinmonophosphat und bioaktiven B-Vitaminen die Funktion und körpereigenen Regenerationsprozesse der Nerven unterstützen. Welchen genauen therapeutischen Nutzen UMP hat und wie es zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden kann, ist allerdings noch nicht bis ins Detail geklärt. Vermutlich sind die beobachteten positiven Effekte auf Uridin zurückzuführen. UMP kann im Körper zu Uridin umgewandelt werden und eine ausreichende Menge Uridin im Blut ist wichtig, um grundlegende Zellfunktionen aufrechterhalten zu können.2,3
Uridinmonophosphat über die Ernährung aufnehmen
Uridin als Bestandteil von UMP ist sowohl in pflanzlichen als auch tierischen Lebensmitteln enthalten. Dazu gehören vor allem Zuckerrüben, Zuckerrohr, Hefe (und daraus hergestellte Getränke wie Bier), Tomaten, Brokkoli und Innereien. Uridin wird während der Verdauung freigesetzt und gelangt so in den Blutkreislauf. Es ist auch in der Lage, die sogenannte Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und wird von den Nervenzellen aufgenommen.
Die Blut-Hirn-Schranke ist eine Barriere zwischen Blutkreislauf und Zentralnervensystem. Sie schützt das Gehirn vor Krankheitserregern und kontrolliert den Stoffaustausch.4