Die Leber ist die Stoffwechsel-Zentrale des Körpers: Sie baut Nährstoffe um und Giftstoffe ab, reguliert den Zuckerstoffwechsel und sorgt für einen ausgeglichenen Vitamin- und Hormonhaushalt. Wenn du einmal zu viel Zucker oder Fett aufnimmst, eilt die Leber zur Hilfe, indem sie die Energieträger umbaut und speichert. Ihre Kapazitäten sind allerdings nicht unbegrenzt.1

Nimmst du auf Dauer zu viel zucker- und fettreiches Essen auf, kann das der Leber ähnlich stark schaden wie regelmäßiger Alkoholkonsum. Nach und nach entsteht eine sogenannte nicht-alkoholische Fettleber. Das bedeutet, dass die Leber durch zu starke Belastungen übermäßig viel Fett eingelagert hat, welches ihr langfristig schadet und zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen kann. Dies betrifft weltweit jeden vierten Erwachsenen und auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Umso wichtiger ist es daher, die Leber mit einer ausgewogenen Ernährung zu schützen.2

Was ist gut für die Leber?

Ernährung und Lebergesundheit sind eng miteinander verbunden. Ein ausgewogener Speiseplan ist nicht nur die beste Gesundheitsvorsorge für die Leber – mit einer bewussten Ernährung kannst du sogar den Verlauf einer bestehenden Lebererkrankung positiv beeinflussen. Eine noch nicht entzündete und vernarbte Fettleber kann sich mithilfe einer Ernährungsumstellung vollständig zurückbilden.​​1,3 

Als Basis empfehlen Fachleute eine mediterrane Ernährung mit vielen frischen und wenig verarbeiteten Lebensmitteln. Zu den Grundbausteinen einer leberfreundlichen Ernährung gehören folgende Elemente:4,5 

  • reichlich Gemüse 
  • frisches Obst  
  • gute Fette mit ungesättigten Fettsäuren 
  • Vollkornprodukte und Ballaststoffe 
  • hochwertige Eiweiße 

Übergewicht und insbesondere vermehrtes Bauchfett zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Fettleber und andere Lebererkrankungen. Daher ist es wichtig, nicht nur auf die Auswahl der Lebensmittel, sondern auch auf die Mengen und ihren Brennwert zu achten. Wer sein überschüssiges Bauchfett langsam und stetig reduziert, entlastet damit auch die Leber. Eine schrittweise, nachhaltige Umstellung auf eine gesunde Ernährung ist dabei besser als eine Crash-Diät.​​4 

Ein wichtiger Faktor für eine gesunde Leber ist Bewegung. Regelmäßige körperliche Betätigung kann einerseits dabei helfen, ein gesundes Gewicht zu erreichen und zu halten. Andererseits zeigen Studien, dass sportliche Betätigung selbst ohne eine Gewichtsabnahme dazu beiträgt, Leberfett abzubauen und Leberwerte zu verbessern. Gut untersucht ist dieser Effekt vor allem moderates Ausdauertraining (wie Walken, leichtes Joggen oder Radfahren) und isometrisches Krafttraining (mit Übungen wie Wandsitz oder Unterarmstütz).4 

Zu einer leberfreundlichen Lebensweise gehört auch ein bewusster Umgang mit Alkohol. Das Zellgift schädigt die Leberzellen, hemmt den Fettabbau und kann langfristig zu schweren Leberschäden führen. Auch für gesunde Menschen ist es daher wichtig, Maß zu halten und Alkohol nicht zur alltäglichen Gewohnheit werden zu lassen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es dabei keine Mengen, die vollkommen unbedenklich sind. Wenn du bereits eine Lebererkrankung hast, solltest du gänzlich auf Alkohol verzichten.1,​​6 

 

Welche Lebensmittel sind gut für die Leber?

Eine spezielle Leberdiät oder Leber-Schonkost empfehlen Fachleute heute nicht mehr. Wer seine Leber gesund halten möchte, darf bunt, frisch und abwechslungsreich essen und muss auch auf Gewürze sowie Genussmittel wie Kaffee und Tee nicht verzichten. Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und hochwertige Eiweiße sind sinnvolle Bestandteile einer leberfreundlichen Ernährung.1 

Folgende Tabelle schlüsselt die verschiedenen Lebensmittelgruppen auf:​​7

Leber Ernährung Tabelle 

Lebensmittelgruppe Beispiele
Gemüse Salat und Gemüse in jeder Form – gerne Brokkoli, Radicchio, Rucola, Rettich und Artischocken (→ liefern zusätzlich günstige Bitterstoffe)
Obst Äpfel, Beeren und Zitrusfrüchte (→ enthalten weniger Fruchtzucker als z. B. Mango oder Trauben) – am besten frisch und unverarbeitet
Getreide Vollkornprodukte (z. B. Brot und Nudeln), Haferflocken, Quinoa, Ballaststoffe aus Samen und Kernen
Hülsenfrüchte Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen
Eiweiße Pflanzliches Eiweiß z. B. aus Tofu und Hülsenfrüchten, tierisches Eiweiß z. B. aus Eiern und Geflügel
Fette Olivenöl, Rapsöl, Seefisch, Avocado und Nüsse
Nüsse & Kerne Sonnenblumenkerne, Mandeln, Haselnüsse und Walnüsse (→ liefern viel antioxidatives Vitamin E)
Getränke Wasser, Kräuter- und Früchtetee, Kaffee (in Maßen)

Ist Joghurt gut für die Leber?

Joghurt kann durchaus Teil einer ausgewogenen und leberfreundlichen Ernährung sein. Das Milchprodukt enthält unter anderem den Mineralstoff Calcium und ein gewisses Maß an Eiweiß. Zusätzlich ist Joghurt mit Milchsäurebakterien fermentiert, die sich positiv auf den Darm auswirken können.​​8 

Wichtig ist allerdings: Fertige Fruchtjoghurts aus dem Supermarkt enthalten in der Regel viel Zucker und zum Teil auch künstliche Aromen und Zusatzstoffe. Eine bessere Alternative ist ein selbstgemachter Snack aus Naturjoghurt und frischen Früchten der Saison. Wenn du ein paar Walnüsse, Mandeln und Haferflocken hinzugibst, erhältst du ein leckeres und sättigendes Frühstück mit gesunden Fetten und Ballaststoffen. 

Leberkur: Ein Tag leberfreundliche Ernährung

Gesunde Ernährung für die Leber muss nicht schwierig sein. Hier ein Beispiel für einen lebergesunden Tag: 

  • Frühstück: 145 g (= kleiner Becher) Naturjoghurt oder Sojajoghurt mit ½ Apfel, ½ Banane, Beeren (frisch oder tiefgekühlt), Haferflocken, Leinsamen, gehackten Haselnüssen und Walnüssen1
  • Mittagessen: Wrap aus Vollkorn-Weizen mit ½ Avocado, ca. 120 g gewürfeltem Tofu oder Hähnchen, 3-4 getrockneten Tomaten, Rohkost nach Wahl (z. B. klein geschnittene Gurke, Tomaten, Paprika, Radieschen), eine Handvoll Rucola, nach Geschmack ein Klecks mittelscharfer Senf 1 
  • Snack: Karotten- und Paprika-Sticks mit ca. 100 g Hummus- oder Auberginendip 
  • Abendessen: Eine Portion (ca. 400 g) Shakshuka – versunkene Eier in Tomaten-Paprika-Sauce mit Schafskäse, frischem Koriander und einem Stück Fladenbrot; zum Nachtisch ein Riegel dunkle Schokolade1 

Als Getränke eignen sich Wasser und ungesüßter Tee und eventuell eine Fruchtsaftschorle. Auch zwei bis drei Tassen Kaffee können sich positiv auf die Lebergesundheit auswirken, wenn du ihn gut verträgst und nicht zu stark süßt.1

Was sollte man der Leber zuliebe eher reduzieren?

Andere Lebensmittel können sich negativ auf die Lebergesundheit auswirken, wenn du sie regelmäßig oder in großen Mengen verzehrst.  Das gilt vor allem für Lebensmittel mit viel Zucker, ungünstigen Fetten und einer hohen Energiedichte bei gleichzeitig wenig wertvollen Nährstoffen, zum Beispiel:​​5,9 

  • zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limonaden, Eistee und auch Fruchtsäfte 
  • Süßigkeiten und fertige Snacks wie Chips, Weingummi und Schokoriegel 
  • Fast Food und Fertigprodukte wie Burger, Nuggets, Pommes Frites und Tiefkühlpizza 
  • stark verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst und Schnitzel 
  • alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Schnaps 

Das bedeutet nicht, dass du diese Nahrungsmittel deiner Leber zuliebe vollständig vermeiden musst. Dennoch lohnt es sich, sie zu reduzieren oder durch leberfreundliche Alternativen zu ersetzen – zum Beispiel Softdrinks durch Wasser mit Zitrone und Minze oder eine selbst gemischte Saftschorle. Gemüsechips, geröstete Kichererbsen und Pistazien sind eine gute Alternative zu Chips und Erdnussflips.