Der Kopf schmerzt, die Nase läuft und ein Krankheitsgefühl breitet sich aus. Betroffene sprechen dann häufig von einer Erkältung oder dem Beginn eines grippalen Infekts. Viele verwechseln zudem einen grippalen Infekt mit der Grippe. Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede? Trotz ähnlicher Symptome handelt es sich um verschiedene Virusinfektionen, die unterschiedlich verlaufen. Die Unterscheidung ist nicht nur wichtig für die richtige Behandlung der Infektion, sondern auch für deren Vorbeugung.1
Wie verläuft eine Erkältung (grippaler Infekt)?
Die Begriffe Erkältung und grippaler Infekt werden häufig synonym verwendet, da sie medizinisch nicht fest definiert sind. Beide beschreiben Infektionen der oberen Atemwege, die in der Regel harmlos verlaufen. Eine Erkältung / ein grippaler Infekt kann durch etwa 200 verschiedene Viren verursacht werden. Dazu zählen beispielsweise Rhino-, Adeno- und Coronaviren. Somit zählt die Erkältung zu den häufigsten Erkrankungen, die Menschen in jedem Alter betrifft.2
Zu den typischen Anzeichen zählen Schnupfen, Husten, Hals-, Kopf-, Ohren- und Gliederschmerzen. Seltener geht eine Erkältung / ein grippaler Infekt mit Fieber, Gelenkschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden einher. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend und halten etwa eine bis zwei Wochen an. Husten kann dabei eine Ausnahme bilden. Er dauert bei Erwachsenen im Schnitt bis zu 18 Tage. Die kurzzeitige Verwendung von Nasenspray oder die Einnahme bestimmter pflanzlicher Arzneimittel aus Eukalyptus oder Thymian können einige Erkältungssymptome lindern. In der Regel klingen die Beschwerden jedoch von allein wieder ab. Ein grippaler Infekt ist dabei nicht zu verwechseln mit der echten Grippe.3,4
Was sind typische Symptome einer Grippe?
Bei der echten Grippe (Influenza) handelt es sich um eine akute, sehr ansteckende Krankheit der Atemwege, die durch Grippeviren verursacht wird. Es gibt unterschiedliche Arten von Grippeviren. Diese lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Influenza A-, Influenza B-, und Influenza C-Viren. Besonders gefährlich sind die Viren der Gruppen Influenza A (und ihre Subtypen) und Influenza B. Im Gegensatz zu einem grippalen Infekt führt die Ansteckung mit Grippeviren rasch zu einem heftigen Krankheitsgefühl.
Daneben treten die typischen Symptome auf:5,6,7
- Hohes Fieber zwischen 38 und 40 Grad Celsius
- Halsschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Halsschmerzen
- Kopfschmerzen
- Trockener Husten
- Anhaltende Müdigkeit
- Schüttelfrost
Wer an einer Grippe erkrankt, sollte sich ärztlichen Rat holen und sich schonen, bis die Beschwerden abklingen. Andernfalls kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen und sich in seltenen Fällen zu einer Lungenentzündung entwickeln. Insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Lungen- oder Immunerkrankungen, Kinder und Säuglinge kann ein schwerer Verlauf lebensbedrohlich sein.7
Fazit: Wie lassen sich die Erkrankungen unterscheiden?
Die Unterscheidung zwischen einer Erkältung beziehungsweise einem grippalen Infekt und einer Grippe (Influenza) kann anhand der vorliegenden Symptome, des Verlaufs und der Schwere der Symptome sowie des verursachenden Virus erfolgen. Zusammengefasst handelt es sich bei allen Erkrankungen um eine Infektion der Atemwege. Eine Erkältung / ein grippaler Infekt geht dabei in erster Linie mit milden Symptomen wie Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und nur gelegentlich mit Gelenk- oder Magen-Darm-Beschwerden einher. Sie entwickelt sich meist über mehrere Tage. Die Grippe ist dagegen vor allem durch ein rasch auftretendes Krankheitsgefühl und hohes Fieber gekennzeichnet. Viele weitere Symptome können dazukommen.
Zudem werden beide Erkrankungen durch unterschiedliche Viren hervorgerufen. Während eine Erkältung / ein grippaler Infekt durch verschiedene Erkältungsviren (meist Rhinoviren) verursacht wird, wird die echte Grippe durch Influenza-Viren (Typ A, Typ B oder Typ C) ausgelöst. Die Unterscheidung der Erkrankungen ist wichtig, da erst eine genaue Diagnose eine gezielte Behandlung erlaubt. Zudem ermöglicht sie präventive Maßnahmen, um die öffentliche Gesundheit zu schützen.
Wie unterscheiden sich Influenza A- und Influenza B-Viren?
Die Grippeviren werden in die Typen A, B und C unterteilt. Für den Menschen sind vor allem die saisonalen Influenza-A- und -B-Viren von Bedeutung.
Influenza-A-Viren infizieren nicht nur den Menschen, sondern auch Tiere wie Vögel und Schweine. Dabei können sie genetisches Material mit anderen Viren austauschen und so ständig neue Kombinationen (Subtypen) bilden. Die Subtypen des Influenza A-Virus werden anhand der Oberflächenproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) eingeteilt. Bisher sind 18 verschiedene H und neun N-Typen bekannt, die in unterschiedlichen Kombinationen auftreten können (z.B. H1N1 oder H3N2). Diese hohe Variabilität erschwert dem Immunsystem eine dauerhafte Abwehr zu entwickeln, weshalb es jährlich zu Grippewellen kommt – in manchen Fällen sogar zu weltweiten Pandemien.6,8
Im Gegensatz dazu infizieren Influenza B-Viren hauptsächlich den Menschen. Das Virus hat daher eine geringere genetische Variabilität und wird nicht in Subtypen, sondern in zwei sogenannte Abstammungslinien unterteilt: Vicoria- und Yamagata-Linie. Sie können zwar zu regionalen Epidemien führen, sind aber in der Regel weniger weitreichend als Erkrankungen durch Influenza A-Viren.
Beide Virusarten zirkulieren während der Grippesaison (meist im Winter, zum Jahreswechsel) und verursachen ähnliche Symptome wie plötzlich auftretendes Fieber, trockenen Husten oder Gliederschmerzen. Welcher Virustyp vorliegt, lässt sich ausschließlich durch einen Labortest feststellen.
Da der Verlauf einer Grippesaison nur schwer vorhersagbar ist, bleibt die Impfung der wirksamste Schutz vor saisonalen Influenzaviren.6,9
Tipps zur Vorbeugung von Virusinfektionen
Viruserkrankungen wie ein grippaler Infekt oder eine Grippe werden meist über Tröpfcheninfektionen übertragen. Beim Niesen oder Husten gelangen Viren in Form von winzigen Tröpfchen in die Luft. Durch das Einatmen oder den direkten Kontakt mit anderen Menschen (zum Beispiel Händeschütteln) übertragen sich die Viren von Mensch zu Mensch weiter. Antibiotika sind bei Virusinfektionen wirkungslos. Um einer Ansteckung vorzubeugen, helfen jedoch die folgenden Maßnahmen:
- Hygienemaßnahmen: Häufiges, sorgfältiges Händewaschen, regelmäßiges Lüften von Räumen, das Niesen in die Armbeuge und das Wegwerfen von benutzten Taschentüchern verringern die Ansteckungsgefahr.
- Impfungen: Impfungen können einen wichtigen Schutz vor bestimmten Virusinfektionen bieten, insbesondere gegen die Grippe. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, sich jährlich gegen die Grippe impfen zu lassen, da sich die Influenzaviren immer wieder verändern. Ob eine Grippeimpfung für dich empfohlen ist, erfährst von deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und wenig Stress unterstützen ein gesundes Immunsystem.8,9