Erschöpfung kann sich durch verschiedene Beschwerden äußern und körperliche, seelische und auch soziale Auslöser haben, die oft auch in Kombination auftreten. Erschöpfung als alleiniges Symptom tritt nur selten als Anzeichen für eine ernste Erkrankung auf.1
Erschöpfung kann verschiedene Ursachen haben
Erschöpfung kann auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Häufig spielen körperliche oder psychische Faktoren eine Rolle etwa:
- Nährstoffmangel (z. B. Eisen)
- Infektionen (z. B. Erkältung, Influenza)
- Schlafstörungen (z. B. aufgrund von Schlafapnoe)
- hormonelle Veränderungen (z. B. prämenstruelles Syndrom)
- chronische Erkrankungen (z. B. Rheuma)
- Stress 1
Zudem können äußere Einflüsse (z. B. Schadstoffe) oder der Lebensstil (z. B. Bewegungsmangel) ebenso zu Erschöpfung führen wie die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Blutdrucksenker).1
Symptome: So zeigt sich körperliche und seelische Erschöpfung
Typische Symptome für körperliche und seelische Erschöpfung sind zum Beispiel Verspannungen in den Schultern, im Nacken oder im Rücken.
Aber auch
- Kopfschmerzen,
- Magen-Darm-Beschwerden,
- Schlafprobleme,
- eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte,
- Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren,
- Reizbarkeit,
- Mangel an Energie,
- schnelle Ermüdbarkeit sowie
- ein Gefühl der Entkräftung
können im Zusammenhang mit Erschöpfung auftreten.2
Was hinter Erschöpfung noch stecken kann
Hinter Erschöpfung können auch ernste Erkrankungen stecken. Hält sie länger als sechs Monate an, bezeichnet man sie als chronische Erschöpfung. Findet sich keine Ursache und bringen Erholungspausen keine Besserung, sprechen Fachleute vom Chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) beziehungsweise von Myalgischer Enzephalomyelitis (ME).
Typisch dafür sind eine sehr starke Erschöpfung und extreme Leistungseinschränkung. Bereits kleinste körperliche und auch geistige Aktivitäten wie Telefonieren oder Treppensteigen können die Symptome verstärken. Auch weitere Beschwerden wie ein starkes Krankheitsgefühl oder Muskelschmerzen am ganzen Körper können mit der starken Erschöpfung einhergehen. Die genauen Ursachen sind noch nicht geklärt. Häufig geht aber eine Virus-Infektion (z. B. Influenza, Covid etc.) voraus.2,3
Auch die psychovegetative Erschöpfung, manchmal auch Burn-out-Syndrom genannt, kann mit chronischer Erschöpfung einhergehen. Dabei gerät das Nervensystem durch andauernden Stress (oft beruflich) aus dem Gleichgewicht und die Betroffenen können sich nicht mehr erholen. Anzeichen wie anhaltende Müdigkeit, Passivität, ein Gefühl der inneren Leere und Freudlosigkeit sind typisch.4,5
Daneben können weitere Erkrankungen wie eine Depression, Muskelschwäche, Polyneuropathie oder Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes) hinter einer andauernden Erschöpfung stecken.1,2
Selbsthilfe: Was gegen Erschöpfung helfen kann
Steckt keine ernste Erkrankung dahinter, können ein paar Tipps gegen körperliche Erschöpfung helfen. Dazu gehören vor allem eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, regelmäßiger Bewegung – am besten an der frischen Luft – sowie eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, um die Versorgung mit allen (Mikro-)Nährstoffen und Vitaminen sicherzustellen. Nicht vergessen: Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig (ca. 1,5 Liter pro Tag, am besten Wasser oder Früchtetee).6,1
Ein gesunder Lebensstil kann zudem helfen, besser mit Stress im Alltag klarzukommen. Zusätzlich können folgende Tipps die Stressbewältigung und die Balance zwischen Anspannung sowie Entspannung unterstützen. Diese Tipps helfen nicht kurzfristig gegen Erschöpfung, können aber langfristig zu einer Besserung beitragen:
- für einen ruhigen Start am Morgen mit einem entspannten Frühstück sorgen
- regelmäßig Pausen in den Alltag einbauen
- Entspannungstechniken erlernen (z. B. progressive Muskelentspannung, Meditation)
- das eigene Zeitmanagement verbessern (evtl. einen Kurs dazu machen)
- sich ein Hobby suchen, das Spaß macht und sinnstiftend ist
- Bewegung auch in den Alltag einbauen (z. B. mit dem Rad zur Arbeit, Treppe statt Aufzug etc.)
- in Stresssituationen tief durchatmen, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen7
Wann sollte man mit Erschöpfung zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist angezeigt, wenn die Erschöpfung länger anhält und du selbst keine Erklärung dafür findest. Psychische und körperliche Ursachen gehen in der Regel oft mit zusätzlichen Symptomen einher.
Folgende Beschwerden können daher Warnsignale für eine ernste Erkrankung sein. Sie benötigen eine schnelle ärztliche Abklärung:
- starke Tagesschläfrigkeit
- Nachtschweiß
- ungewollte Gewichtsabnahme
- Blut im Stuhl
- Husten, der länger als zwei Monate anhält
- Atemnot
- geschwollene Gelenke
- Suizidgedanken
- starke Antriebslosigkeit oder Gereiztheit
Auch zusätzlich zur Erschöpfung auftretende neurologische Symptome wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen können ein Warnsignal sein. In diesem Falle sollte umgehend Ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um die die zugrundeliegende Ursache abzuklären und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.1