Bei der Sommergrippe handelt es sich nicht um eine „echte“ Grippe (Influenza), sondern um eine Erkältung beziehungsweise einen grippalen Infekt. Je nach Verlauf treten typische Erkältungsbeschwerden wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen auf. Bei schweren Verläufen können sie mit grippeähnlichen Symptomen wie Schüttelfrost und Fieber einhergehen. Kommt es zu Beschwerden, gibt es verschiedene Mittel zur Behandlung der Symptome. Doch zur Wahrheit gehört auch: Noch effektiver ist es, der Erkältung im Sommer gezielt vorzubeugen.

Was sind die Auslöser einer Sommergrippe?

Auslöser der Sommergrippe sind keine Grippeviren, sondern meist Enteroviren wie Coxsackie- und Echoviren. Sie vermehren sich im Magen-Darm-Trakt und werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Übertragung im Sommer erfolgt vor allem über Schmierinfektionen, die hochansteckend sind. Die Viren werden zum Beispiel durch Händeschütteln, Badewasser oder den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen weitergegeben. So gelangen sie früher oder später über Mund und Nase in die Atemwege.

 

Seltener ist in dieser Zeit eine Ansteckung durch Tröpfcheninfektion – Tröpfchen, die beispielsweise nach dem Husten oder Niesen infizierter Personen in die Luft gelangen. Besonders häufig erkranken Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem an der Sommergrippe.

 

Enteroviren können zudem weitere Krankheiten wie zum Beispiel Ausschläge auf Haut und Schleimhäuten (Hand-Fuß-Mund-Krankheit), Herzmuskelentzündungen (Myoperikarditis), Atemwegserkrankungen, Augenentzündungen (Hämorrhagische Konjunktivitis) oder Hirnhautentzündungen (Enzephalitis) verursachen.

Was sind typische Sommergrippe-Symptome?

Im Gegensatz zu der klassischen Grippe sind die Sommergrippe-Symptome weniger stark ausgeprägt. Meist beginnen die Beschwerden mit einem Kratzen im Hals und entwickeln sich langsam. Häufig bleibt auch eine Infektion mit den Enteroviren symptomlos. In anderen Fällen kommt es zu erkältungstypischen Symptomen, die je nach Verlauf mit Fieber und Schüttelfrost einhergehen können. Abhängig vom Erreger und dem Gesundheitszustand der betroffenen Person, können die folgenden Sommergrippe-Symptome auftreten:

  • Husten und Schnupfen
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Gliederschmerzen
  • Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Schüttelfrost

 

Hinweis: Erkrankte sind schon zwei bis drei Tage vor Beginn der ersten Symptome ansteckend. Zudem kann der Erreger noch nach der Infektion mehrere Wochen im Stuhl nachgewiesen werden. In der Regel klingen die Symptome einer Sommergrippe jedoch innerhalb weniger Tage wieder ab.

Welche Faktoren begünstigen eine Sommergrippe?

Die Schleimhäute der Atemwege spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Viren und Bakterien. Sie bestehen aus verschiedenen Flüssigkeiten, die wiederum Krankheitserreger bekämpfen. Ist die Funktion der Schleimhäute gestört, können schädliche Erreger wie die Enteroviren leichter in den Blutkreislauf vordringen und zu einer Erkältung oder Sommergrippe führen.

 

Auch können im Sommer große Temperaturschwankungen (zum Beispiel durch Klimaanlagen) das körpereigene Immunsystem schwächen und so die Funktion der Schleimhäute beeinträchtigen. Zudem besteht nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer das Risiko der Unterkühlung, zum Beispiel durch nasse Kleidung nach dem Schwimmen oder durch langes Sitzen auf der Terrasse in leichter Sommerkleidung. Darüber hinaus können hohe Belastungen oder zu langes Sonnenbaden (Sonnenstich) das Immunsystem im Sommer schwächen und damit die Entstehung einer Sommergrippe begünstigen.

 

Wie behandelt man eine Sommergrippe?

Da es keine Medikamente gegen Erkältungsviren gibt, richtet sich die Behandlung einer Sommergrippe nach den Symptomen. Bei Atemwegsproblemen wie Husten und Schnupfen ist Inhalieren eine Möglichkeit, die Symptome zu lindern: Die Schleimhäute werden befeuchtet und das Abhusten erleichtert. Als Zusätze eignen sich beispielsweise Kamille, Eukalyptus oder Salz.

 

Ebenfalls gibt es Empfehlungen für die die Einnahme von Vitamin C und Zink, die das Immunsystem unterstützen können. Bei starken Beschwerden können außerdem schmerz- oder fiebersenkende Mittel helfen, die Beschwerden zu lindern. Grundsätzlich sollten sich Erkrankte vor allem schonen, ausreichend trinken und die Sonne meiden. Klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen nicht ab, solltest du dich ärztlich untersuchen lassen. 

Wie kann man einer Sommergrippe vorbeugen?

Anders als bei der Grippe gibt es gegen die Sommergrippe durch Enteroviren keine Schutzimpfung. Der beste Weg, um eine Erkältung im Sommer zu umgehen, sind die folgenden Verhaltensregeln:  

  • Achte auf eine gute Hygiene: Wasche dir regelmäßig die Hände, halte Abstand zu erkälteten Personen, lüfte regelmäßig und vermeide Händeschütteln.
  • Stärke dein Immunsystem: Zwar können Menschen auch trotz eines gesunden Immunsystems an einer Erkältung erkranken. Grundsätzlich kann jedoch ein starkes Immunsystem Erreger besser bekämpfen. Pflege daher einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und einer gesunden Ernährung.
  • Vermeide Auskühlung und Zugluft: Achte darauf, dass dein Körper durch Klimaanlagen oder durch Zugluft (geöffnete Fenster) nicht auskühlt und dadurch anfälliger für Erkältungsviren wird.
  • Befeuchte deine Schleimhäute: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßiges Lüften und Meerwasser-Nasensprays schützen die Schleimhäute bei warmer und trockener Luft.