Spirulina ist in den vergangenen Jahren zum populären Superfood avanciert – spätestens seit bekannt wurde, dass die US-Raumfahrtbehörde NASA die blaugrüne Mikroalge als Nährstoffquelle für Astronaut:innen auf Weltraummissionen einsetzt. Auch ohne Raumfahrt-Ambitionen nutzen viele Menschen Spirulina zur Nahrungsergänzung in Form von Pulver, Tabletten und Flocken. Ihre Beliebtheit verdankt sie ihrer hohen Nährstoffdichte und ihren entzündungshemmenden Eigenschaften.1
Was ist Spirulina?
Spirulina ist biologisch betrachtet keine Alge, sondern ein Bakterium. Diese sogenannten Cyanobakterien betreiben allerdings wie „echte” Algen Photosynthese, weshalb sie bis heute umgangssprachlich als Mikroalgen bezeichnet werden.
In der Natur gedeiht Spirulina in alkalischen Gewässern, also zum Beispiel Seen mit einem besonders hohen pH-Wert. Ihre Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel ist keinesfalls neu: Bereits die alten Azteken nutzten Spirulina als Nährstoffquelle.1
Heute beschäftigt sich die Forschung mit zahlreichen Inhaltsstoffen von Spirulina, die unter anderem dazu beitragen können, oxidativem Stress, Entzündungen und überschießenden Immunreaktionen entgegenzuwirken. Auch positive Effekte auf die Leistungsfähigkeit von Sportler und Sportlerinnen sowie auf verschiedene Erkrankungen werden diskutiert.2
Welche Nährstoffe stecken in Spirulina-Algen?
Spirulina-Algen besitzen interessante Eigenschaften. Sie bilden mikroskopisch kleine, spiralig gewundene Fäden (Filamente) und enthalten eine ganze Reihe von wertvollen Nährstoffen, darunter:2,3
- reichlich Protein (60 bis 70 %) mit allen essenziellen Aminosäuren
- die Vitamine A, C und E
- Mineralstoffe wie Eisen, Calcium, Magnesium, Kalium und Zink
- essenzielle Fettsäuren
- besondere Pigment-Protein-Komplexe
Einige der in Spirulina enthaltenen Nährstoffe kommen in anderen Mikroalgen kaum oder gar nicht vor, unter anderem die essenzielle Aminosäure Methionin. Eine weitere Besonderheit im Vergleich zu Algen ist der Aufbau der Zellwand, der dafür sorgt, dass der Körper die Nährstoffe aus Spirulina-Algen besonders gut aufnehmen kann.2
Wofür wird Spirulina verwendet?
Spirulina-Algen sind ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel, haben aber auch einige spezielle Anwendungsgebiete. Die blaugrünen Mikroalgen können zum Beispiel zum Einsatz kommen:
- als Nahrungsergänzungsmittel, um etwa bei vegetarischer oder veganer Ernährung einer Unterversorgung mit Nährstoffen vorzubeugen4
- bei Sportler und Sportlerinnen, die an ihrer Körperkomposition, ihrer Regeneration und/oder ihrer sportlichen Leistung arbeiten2
Welche Potentiale von Spirulina werden erforscht?
Zudem gibt es einige mögliche gesundheitlichen Vorteilen von Spirulina, an denen gerade mit großem Interesse geforscht wird.
Dazu gehören unter anderem:
- mögliche positive Effekte auf den Blutdruck und das Herz-Kreislauf-System5
- eine potentielle Verbesserung von Insulinsensitivität und Blutfettwerten bei Diabetes2
- eine Hemmung von überschießenden Entzündungen bei Allergien und Autoimmunerkrankungen1
- die Unterstützung des Immunsystems, z.B. bei Viruserkrankungen1
Wichtig: Nimm Spirulina und andere Nahrungsergänzungsmittel immer nur nach ärztlicher Rücksprache ein. Das gilt insbesondere bei chronischen oder schwerwiegenden Grunderkrankungen. Spirulina-Algen ersetzen keine ärztlich verordnete Therapie, sondern können diese nur ergänzen.
Spirulina-Tabletten oder Pulver: Was ist besser?
Spirulina gibt es inzwischen in zahlreichen Darreichungsformen; am häufigsten sind Präparate in Form von Tabletten oder Pulver erhältlich. Beide Varianten basieren auf speziell kultivierten und getrockneten Spirulina-Algen. Bei den Tabletten handelt es sich um Presslinge aus Spirulina.4
Ob du lieber Spirulina-Tabletten oder Pulver verwendest, ist vor allem Geschmackssache:
- Spirulina-Tabletten lassen sich einfach dosieren, sind weitgehend geschmacksneutral und eignen sich gut für unterwegs (zum Beispiel auf Reisen).
- Spirulina-Pulver lässt sich flexibler dosieren und eignet sich zum Beispiel, um es in Speisen und Getränke wie Smoothies einzurühren. Allerdings empfinden viele Menschen den “algigen” Eigengeschmack als gewöhnungsbedürftig.4
Spirulina: Worauf achten beim Kauf?
Spirulina ist kein synthetisches Nahrungsergänzungsmittel, das unter sterilen Laborbedingungen hergestellt wird, sondern ein Naturprodukt. Je nach Anbauform (vor allem in offenen Systemen) kann Spirulina kontaminiert sein mit: 6
- Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber,
- anderen Algen und potenziell schädlichen Bakterien sowie
- krebserregenden Stoffen (sogenannten krebserregenden aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAKs)
Besonders bei regelmäßiger Einnahme ist es daher wichtig, beim Kauf auf qualitativ hochwertige Spirulina-Präparate zu achten. Am besten setzt du auf Produkte aus europäischem Anbau, die mit geschlossenen Anbausystemen arbeiten. Diese Anbieter führen auch regelmäßige transparente Schadstoff-Kontrollen durch. 6