Husten, Schnupfen, Halsschmerzen – eine Erkältung ist oft unangenehm und tritt häufig auf: Zwei- bis viermal pro Jahr erkälten sich Erwachsene im Durchschnitt, Kinder mit sechs- bis achtmal sogar noch häufiger. Viele Menschen wünschen sich dann eine schnelle Linderung ihrer Symptome, um die lästigen Beschwerden so schnell wie möglich wieder loszuwerden.1

Was ist eine Erkältung?

Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist eine meist harmlose Infektion, bei der es sich um eine Entzündung der oberen Atemwege handelt. Sie wird durch über 200 verschiedene Viren ausgelöst. Eine echte Grippe dagegen wird ausschließlich durch Influenzaviren verursacht. Sie äußert sich in der Regel durch einen sehr plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen und einem schweren Krankheitsgefühl.1,3

Eine Erkältung tritt vor allem während der feuchten und kalten Jahreszeit auf. Bei Kälte werden die Schleimhäute schlechter durchblutet und die Schutzbarriere des Immunsystems ist weniger wirksam. Krankheitserreger können dann leichter eindringen. Kommen Faktoren wie starkes Auskühlen, Stress oder wenig Schlaf hinzu, die das Immunsystem schwächen, erhöht sich das Erkältungsrisiko zusätzlich.2 

 

Mutter hält ihr Kleinkind im Winter draußen im Schnee, beide warm angezogen mit Mütze und Schal, Nähe und Geborgenheit als Schutz in der Erkältungszeit.
Wärme, Nähe und Schutz spielen in der Erkältungszeit eine wichtige Rolle.

Erkältung - Symptome und Verlauf

Typisch für einen grippalen Infekt sind folgende  Symptome:

  • Schnupfen
  • Niesen
  • Husten
  • Halsschmerzen

Manchmal treten bei einer Erkältung auch Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Gliederschmerzen  oder Müdigkeit auf.4,1 Unter der Nasenschleimhaut liegen zudem viele Blutgefäße, die leicht verletzt werden können. Häufiges Naseputzen kann die ohnehin entzündete und gereizte Nasenschleimhaut schädigen. Nasenbluten ist bei einer Erkältung daher eine häufige Begleiterscheinung.8 Außerdem kann eine verstopfte Nase bei einer Erkältung nicht nur lästig sein: Da das Riechen den Geschmack beeinflusst, kommt es womöglich vorübergehend zu Störungen des Geschmackssinns bis hin zum Geschmacksverlust.6

Bei einer Erkältung können im weiteren Verlauf weitere Beschwerden hinzukommen. Manchmal sind sie ein Anzeichen dafür, dass sich nach der Infektion mit den Erkältungsviren  zusätzlich Bakterien in den Atemwegen ausgebreitet haben (sogenannte Superinfektion): 

 

  • Zahnschmerzen bzw. Schmerzen oder ein Druckgefühl im Stirn- oder Wangenbereich  bei Erkältung können ein Hinweis auf eine Nasennebenhöhlenentzündung sein. Diese tritt mitunter als Folge eines grippalen Infekts auf. Denn die Nase bildet vermehrt Schleim, um Krankheitserreger herauszuspülen. Dieser Schleim kann sich in den Nasennebenhöhlen ansammeln und  dort zu Entzündungen führen.5
  • Mitunter ist bei einer Erkältung auch die Stimme beeinträchtigt. Dann haben sich durch die Infektion die Stimmlippen oder der Kehlkopf entzündet. Normalerweise klingt die Entzündung nach ein paar Tagen ab und die Betroffenen können wieder normal sprechen.6
  • Kommt es zu Schwindel bei einer Erkältung oder Ohrenschmerzen, kann das auf eine Mittelohrentzündung hinweisen. Diese tritt besonders bei Babys und Kleinkindern als Folge einer Erkältung auf. Wird die Mittelohrentzündung nicht rechtzeitig behandelt, geht die Entzündung womöglich auf das Innenohr über und löst Schwindel aus. Ohrenschmerzen sollten daher immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden.1,7

Erkältung – das ist der Verlauf

Eine Erkältung entwickelt sich normalerweise schleichend. Nach der Ansteckung dauert es in der Regel zwei bis vier Tage, bis sich Symptome zeigen. Fachleute nennen das Inkubationszeit. Wie lange eine Erkältung dauert und die Beschwerden anhalten, kann von Mensch zu Mensch verschieden sein. Meist dauert ein grippaler Infekt ein bis zwei Wochen und heilt von selbst aus. Manche Symptome, vor allem Husten, können etwas hartnäckiger sein und bis zu drei Wochen anhalten. Wichtig ist in jedem Fall, auch einen einfachen grippalen Infekt gut auszukurieren. Halten die Beschwerden länger als üblich an, könnte das auf eine verschleppte Erkältung hinweisen. Zusätzliche Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel und es kann zu ernsten Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kommen. Grundsätzlich gilt: Verschlechtern sich die Beschwerden bei einer Erkältung oder tritt nach einigen Tagen keine Besserung ein, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

 

Eine Erkältung schnell loswerden

Viele Menschen fragen sich, was gegen eine Erkältung hilft. Ein Medikament, das Erkältungsviren gezielt bekämpft und die Errkankungsdauer deutlich verkürzt, gibt es bislang nicht. Verschiedene Hausmittel und andere Maßnahmen können bei einer Erkältung aber dazu beitragen, unangenehme Symptome wie eine verstopfte Nase oder Halsschmerzen zu lindern:1

  • Viele Menschen schwören auf Hühnersuppe bei Erkältung. Sie kann tatsächlich wohltuend wirken, da die Wärme die Gefäße weitet, die Durchblutung steigert und so dafür sorgen kann, dass Schleim besser abfließt.
  • Inhalieren (z. B. mit einem Kopf-Dampfbad) empfinden viele Menschen bei einer Erkältung als angenehm, denn die feuchte Wärme kann die Nasenschleimhaut beruhigen. Wer möchte, setzt Heilkräuter wie Kamille oder Thymian zu, deren Inhaltsstoffe entzündungshemmend und keimhemmend wirken. Wichtig: Eine Inhalation ist nicht geeignet für Kleinkinder sowie Menschen mit Asthma und Keuchhusten.11
  • Ingwer ist für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt. Die darin enthaltenen Scharfstoffe (z. B. Gingerole) können, etwa als Tee bei einer Erkältung, dazu beitragen, Halsschmerzen zu lindern und das Immunsystem zu unterstützen.12
  • Zink ist ein Spurenelement, das eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme von Zink bei Erkältung, am besten innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der Symptome, die Krankheitsdauer verkürzen und die Beschwerden lindern kann.13,19
  • Welche Vitamine bei Erkältung sinnvoll sind, ist eine häufig gestellte Frage. Vor allem Vitamin C ist hier zu nennen. Es unterstützt das Immunsystem und kann laut Untersuchungen Dauer und Intensität einer Erkältung leicht reduzieren – allerdings nur, wenn es regelmäßig und bereits vor dem Infekt eingenommen wird. Mit der Einnahme zu starten, wenn der Infekt schon da ist, führt zu keinen Veränderungen.14
  • Bei einer Erkältung können auch Medikamente zum Einsatz kommen, die unangenehme Symptome lindern. Bei Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen, Gliederschmerzen etc.) und Fieber helfen gängige Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS und Ibuprofen. Extrakte aus Efeu, Eukalyptus, Primelwurzel, Pelargonienwurzel oder Thymian können helfen, Husten abzumildern. Pflanzliche Arzneimittel mit Sonnenhut wiederum unterstützen das Immunsystem.15

Erkältung – das Immunsystem zusätzlich unterstützen

Was sollten Sie bei einer Erkältung essen? Grundsätzlich hilft dem Immunsystem eine leichte, vielseitige und vitaminreiche Kost, den Infekt zu bekämpfen und den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Wer keinen Appetit hat, sollte sich aber nicht zwingen zu essen. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, vor allem bei Fieber.16

In die Sauna zu gehen ist bei einer bestehenden Erkältung grundsätzlich nicht zu empfehlen, vor allem wenn Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl vorliegen. In diesen Fällen kann ein Saunagang das Immun- sowie das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten und die Beschwerden sogar verschlimmern.17

Sport zu treiben ist bei einer Erkältung meist dann unproblematisch, wenn kein Fieber vorliegt und die Symptome sich auf eine laufende/verstopfte Nase oder leichte Halsschmerzen beschränken. Trotzdem ist es wichtig, Umfang und Intensität der körperlichen Belastung zu reduzieren und im Zweifel lieber nur einen Spaziergang zu machen. Bei Symptomen wie Husten, Brustschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sowie Fieber, starker Müdigkeit oder Muskelschmerzen ist Sport grundsätzlich nicht empfehlenswert. Wer trotz Infekt mit voller Intensität oder bei starken Symptomen trainiert, riskiert ernsthafte gesundheitliche Folgen.18

Erkältung vorbeugen, Immunsystem stärken

Komplett verhindern lässt sich eine Erkältung nicht. Da es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt, sind wir nach einem überstandenen grippalen Infekt nicht immun. Auch eine Impfung ist bislang nicht möglich.1 Unser Lebensstil hat aber einen entscheidenden Einfluss darauf, ob das Immunsystem fit ist und wir nicht bei jedem Kontakt mit einem Erkältungsvirus krank werden. Grundsätzlich stärken folgende einfache Verhaltensregeln die Abwehrkräfte:

  • ausreichend Schlaf
  • ausgewogene Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • Vermeiden schädlicher Substanzen (z. B. Alkohol, Nikotin).16

Zudem können verschiedene Hygienemaßnahmen das Ansteckungsrisiko senken. Dazu gehört häufiges Händewaschen, sich nicht ins Gesicht zu fassen, in die Armbeuge niesen und gebrauchte Taschentücher sofort wegzuwerfen. Wer einen nachgewiesenen Mangel an Vitamin D hat, kann möglicherweise mit Vitamin-D-Präparaten dazu beitragen, einer Erkältung vorzubeugen. Auch Probiotika und pflanzliche Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel (z. B. mit Extrakten aus dem Sonnenhut oder Inhaltsstoffen wie Selen, Betaglucane oder der Blaualge Spirulina) werden oft empfohlen, wobei die Vor- und Nachteile der einzelnen Mittel bislang nicht zuverlässig beurteilt werden konnten.1