Das Gefäßsystem des menschlichen Körpers übernimmt eine lebenswichtige Aufgabe: Es versorgt Organe und Gewebe über ein weit verzweigtes Netz mit Sauerstoff und Nährstoffen. Damit die Versorgung zuverlässig funktioniert, müssen die Blutgefäße frei und elastisch sein. Verschiedene Faktoren wie beispielsweise zunehmendes Alter, bestimmte Erkrankungen und ungesunde Lebensgewohnheiten können die Gefäßgesundheit gefährden und deren Funktion erheblich beeinträchtigen. Eine der häufigsten und folgenschwersten Erkrankungen in diesem Zusammenhang ist die Arteriosklerose.1,2
Was ist eine Arteriosklerose?
Bei Arteriosklerose (auch Atherosklerose) handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Arterien, also der Blutgefäße, die das Blut vom Herzen in den Körper transportieren. Dabei bilden sich mit der Zeit Ablagerungen an den Gefäßwänden, sogenannte Plaques. Diese verengen und verhärten die betroffenen Arterien zunehmend. Umgangssprachlich ist daher auch von Arterienverkalkung die Rede. Die verengten Arterien behindern den lebenswichtigen Blutfluss. Das kann lebensgefährlich werden, wenn sich bestimmte Blutgefäße fast oder vollständig verschließen.2,3
Grundsätzlich kann Arteriosklerose in allen Arterien entstehen. Häufig betroffen sind die Hauptschlagader (Aorta), die Herzkranzgefäße, die das Herz versorgen, sowie die Halsschlagadern, die das Blut zum Gehirn transportieren.2,3
Wie entsteht eine Arteriosklerose?
Wie Arteriosklerose im Detail entsteht, ist noch nicht genau geklärt. Es ist jedoch bekannt, dass Cholesterin eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Gefäßkrankheit spielt. Vor allem das sogenannte LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein) gilt als schädlich. Früher ging man davon aus, dass sich überschüssiges Cholesterin ähnlich wie Kalk in einem alten Rohr an den Gefäßwänden absetzt.4
Heute weiß man jedoch, dass dieser Prozess komplexer ist. Bei den meisten Menschen entwickeln sich im Laufe des Lebens kleine Entzündungen in der Gefäßwand – in Abhängigkeit vom Alter und dem Lebensstil. In den Bereichen findet man Makrophagen, sogenannte Fresszellen, die vermehrt Cholesterinpartikel auf, was die Verengung und Verhärtung der Arterien vorantreibt.4
Die Entzündungen in den Arterienwänden können dazu führen, dass diese brüchiger werden und sich kleinste Risse zum (Innen-)Lumen der Arterien bilden. Kommt dann das Blut mit den cholesterinreichen Ablagerungen in der Arterien-/Gefäßwand in Kontakt, kann ein Blutgerinnsel entstehen. Kleine Gerinnsel bleiben oft unbemerkt, größere Gerinnsel können die betroffenen Arterien jedoch verstopfen, also den Blutfluss unterbrechen und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.4
Welche Faktoren begünstigen eine Arteriosklerose?
Neben einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel, gibt es weitere Risikofaktoren, die die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen:2
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Fettreiche, ungesunde Ernährung
- Bluthochdruck
- Diabetes Mellitus
- Stress
- Männliches Geschlecht
- Alter
Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Arteriosklerose.
Welche Symptome deuten auf eine Arteriosklerose hin?
Eine Arteriosklerose entwickelt sich über viele Jahre hinweg. Anfangs bleibt die Krankheit oft unbemerkt, da Beschwerden in der Regel erst auftreten, wenn die Durchblutung der Gefäße bereits deutlich beeinträchtigt ist. Die Symptome können ganz unterschiedlich aussehen und hängen davon ab, welche Arterien betroffen sind. Sind beispielsweise die Blutgefäße, die das Herz versorgen, verengt, kann sich das bei den Betroffenen durch vorübergehende Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) bemerkbar machen. Ein vollständiger Verschluss kann darüber hinaus einen Herzinfarkt auslösen.2
Führt die Arteriosklerose zu einer Durchblutungsstörung in den Halsschlagadern und damit des Gehirns, kann es bei den Betroffenen zu Gedächtnisstörungen, Schwindel oder Verwirrtheit kommen. Wird eine größere Arterie im Gehirn blockiert, droht ein Schlaganfall – mit möglichen Folgen wie Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen.5
Auch andere Körperregionen können von Arteriosklerose betroffen sein: Verengungen der Beinarterien führen zu Durchblutungsstörungen, die sich oft durch Schmerzen beim Gehen bemerkbar machen. Die Betroffenen müssen dann öfter Pausen einlegen. Ebenso kann die Funktion der Nieren beeinträchtigt werden, wenn deren versorgende Arterien verengt sind. In der Folge kann es zu einer Nierenschwäche oder sogar einem Nierenversagen kommen.2
Grundsätzlich gilt: Wer entsprechende Symptome bei sich bemerkt oder den Verdacht hat, eine Arteriosklerose zu haben, der sollte sich umgehend ärztlich untersuchen lassen, um im Zweifel frühzeitig handeln zu können.
Wie lässt sich einer Arteriosklerose vorbeugen?
Eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Arteriosklerose ist eine ausgewogene und fettarme Ernährung. Besonders empfehlenswert ist eine Ernährung, wie sie beispielsweise in der mediterranen Kost zu finden ist. Diese zeichnet sich durch einen hohen Anteil an frischem Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Nüssen und Fisch aus und liefert dem Körper wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken. Gleichzeitig sollte der Konsum von Zucker, tierischen Fetten und Fertigprodukten möglichst reduziert werden.2,6
Auch regelmäßige Bewegung spielt eine große Rolle. Schon 30 Minuten körperliche Aktivität pro Tag, zum Beispiel zügiges Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen, können helfen, das Herz-Kreislauf-System zu stärken und Übergewicht abzubauen.2,6
Außerdem sind regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen wichtig, um Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Diabetes oder Übergewicht frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Wer raucht, sollte unbedingt auf das Rauchen verzichten, da es die Gefäßwände stark schädigt und die Entstehung von Arteriosklerose begünstigt. Ebenso gilt es, Alkohol und Stress möglichst zu reduzieren. Je früher gesunde Gewohnheiten in den Alltag integriert werden, desto besser lässt sich einer Arteriosklerose vorbeugen und das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren.2,6
Wie wird eine Arteriosklerose behandelt?
Arteriosklerose ist bisher nicht heilbar. Das heißt, es gibt keine Medikamente, die die Ablagerungen in den Gefäßen auflösen und damit die Erkrankung rückgängig machen. Die Therapie bei Arteriosklerose zielt vor allem darauf ab, Risikofaktoren zu senken und das Fortschreiten der Gefäßverengung zu verlangsamen. Dabei kommen zum Beispiel Medikamente zur Blutverdünnung, die die Bildung von Blutgerinnseln vermeiden sollen, zum Einsatz. Abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild können cholesterin- und blutdrucksenkende Mittel sowie Medikamente gegen Diabetes helfen, die Krankheit unter Kontrolle zu behalten.7
Ist eine Arteriosklerose bereits weit fortgeschritten, lassen sich verengte Arterien mithilfe eines Katheters (Angioplastie) von innen dehnen. In schweren Fällen kann auch eine Bypassoperation notwendig sein. Hierbei überbrückt das Operationsteam das verengte Blutgefäß mit einem Umgehungsgefäß. 7
Daneben gibt es verschiedene naturheilkundliche Präparate, die die Gefäßgesundheit mit bestimmten Inhaltsstoffen und einer gezielten Dosierung unterstützen können. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Aminosäure Arginin, die die Durchblutung fördert. Auch Kakaoflavanole, bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe aus Kakao, haben in Studien positive Effekte auf das Gefäßsystem gezeigt. Ebenso fördern die Vitamine B6, B12 und Folsäure ein gesundes Gefäßsystem und können das Risiko von Durchblutungsstörungen verringern. 8,9,10
Um das Risiko die Entstehung bzw. das Fortschreiten einer Arteriosklerose langfristig zu reduzieren und damit die Lebenserwartung zu verbessern, ist ein gesunder Lebensstil der effektivste Schutz für gesunde Gefäße.2