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Erkältung bei Kindern

Erkältung bei Kindern

Ohne kleine Rotznasen und Dauerhuster sind Kitas und Grundschulen in der kühlen Jahreszeit kaum vorstellbar. Aber:  Warum sind dann immer so viele Kinder erkältet – und was können Eltern für ihr krankes Kind tun?

Wie kommt es eigentlich zu einer Erkältung?

Schniefnase, Husten und Halsweh: Kleine Kinder trifft es etwa sechs- bis zehnmal im Jahr. Schuld sind Erkältungsviren – und davon gibt es etwa 200 verschiedene. Das kindliche Immunsystem kennt sie noch nicht, deshalb reagiert es häufiger und mit heftigeren Symptomen auf den Kontakt als das erfahrene Immunsystem von Erwachsenen. Die sind nur noch etwa zwei- bis dreimal jährlich von einem grippalen Infekt betroffen. Denn im Laufe jeder Erkältung bilden wir Abwehrstoffe gegen den jeweiligen Erreger, die uns dann beim nächsten Angriffsversuch schützen.
Kinder erkälten sich also keineswegs direkt durch Kälte – auch wenn das Wort danach klingt. Richtig ist allerdings, dass unsere Schleimhäute schlechter durchblutet werden, wenn wir frieren, und die Erreger dann leichteres Spiel haben. Dass Erkältungskrankheiten vermehrt in den nasskalten Monaten November bis April auftreten, liegt aber vor allem daran, dass wir uns dann alle mehr in geschlossenen Räumen aufhalten und den Viren so dabei helfen, sich zu verbreiten. Das tun sie nämlich über Tröpfchen, die bereits Erkältete in die Luft husten oder niesen – und über den direkten Kontakt mit ihnen, etwa beim Spielen in der Kita.

Was bei einer Erkältung im Körper eines Kindes passiert

Der Hals kratzt, die Nase läuft – eventuell folgen Husten, Kopfschmerzen und leichtes Fieber. So sehen die typischen Symptome einer Erkältung oder eines „grippalen Infektes“ aus. Nicht zu verwechseln ist er übrigens mit einer echten Grippe, der Influenza. Hier ist der Krankheitsverlauf viel schwerer, die Symptome setzen sehr plötzlich ein und das Fieber steigt schnell deutlich höher.
Bei einem grippalen Infekt ist Schnupfen das häufigste Krankheitszeichen, er tritt bei 80 % der Erkrankungen auf. Denn die Erkältungsviren besiedeln meist zuerst die Nasenschleimhaut, die sich dann entzündet, anschwillt und mehr Sekret produziert – sie fängt an zu laufen. Hallo, Rotznäschen! Wird der Schleim später dicker und zäher, fühlt sich die Nase „verstopft“ an.
Um sich selbst zu reinigen, produzieren die Schleimhäute der Atemwege permanent Schleimsekrete, auch wenn wir gesund sind. Flimmerhärchen transportieren diesen Schleim – und mit ihm etwa Staub, Schmutz und Pollen –  nach oben in den Rachen, wo wir ihn dann schlucken. Bei einer Erkältung bilden sie aber vermehrt Schleim, der zudem zäher ist als sonst. Die Flimmerhärchen können ihn nur noch schlecht abtransportieren. Die Atemwege reagieren gereizt und lösen den Hustenreflex aus.
Um den noch unbekannten Erregern Paroli zu bieten, reagieren Kinder häufig mit leichtem Fieber – das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers. Nach 7 bis 10 Tagen ist der Infekt normalerweise ausgestanden.
Zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt gehört ein erkältetes Kind, wenn sich die Symptome nach einer Woche noch nicht bessern, verschlimmern oder wenn das Fieber über 39 Grad steigt. Dann haben sich die Viren eventuell ausgebreitet und die Kinder leiden möglicherweise an einer Mittelohrentzündung, einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Bronchitis. Wenn Bakterien mit im Spiel sind, kommen dann unter Umständen auch Antibiotika zum Einsatz.

Tipps gegen Erkältungssymptome bei Kindern

Medikamente, die direkt gegen Erkältungsviren helfen, gibt es nicht. Dennoch können wir lästige Symptome lindern und einiges dafür tun, dass unsere Kleinen schnell wieder auf dem Damm sind. Besonders wichtig ist, dass wir ihnen viel zu Trinken anbieten, um den Schleim in den Atemwegen möglichst flüssig zu halten. Außerdem brauchen kranke Kinder Erholung, reichlich Schlaf hilft am besten gegen den Infekt. Denen, die auch mit Fieber noch durch die Wohnung hüpfen, tut ein möglichst ruhiger Tagesablauf gut. Was sonst noch helfen kann:

  • Nasentropfen: Meerwasser-Nasenspray befeuchtet die Schleimhäute und hilft, das Nasensekret zu verflüssigen. Ist die Nase stark verstopft, können auch abschwellende Nasentropfen oder -sprays zum Einsatz kommen. Sie verringern das Risiko einer Nasennebenhöhlenentzündung und bei dafür anfälligen Kindern auch das einer Mittelohrentzündung. Allerdings unbedingt spezielle Kinder-Produkte verwenden, da der Wirkstoff sonst sehr schnell überdosiert wird.
  • Inhalieren: Inhalieren hilft, die gereizten Atemwege zu beruhigen und festsitzenden Schleim zu lösen. Am besten eignet sich Salzwasser oder Kamillenaufguss.  Vorsicht: Für kleine Kinder niemals ätherische Öle benutzen!
  • Bonbons lutschen: Ja, das ist jetzt erlaubt! Denn Honig- oder Pfefferminz-Bonbons befeuchten den schmerzenden Hals und verhindern, dass sich die Keime im Mund- und Rachenraum noch weiter vermehren. Kinder, die schon Gurgeln können, nehmen dazu warmen Salbeitee.
  • Fieber senken: Normalerweise muss leichtes Fieber nicht gesenkt werden. Im Gegenteil – es hilft dem Körper bei der Erregerabwehr. Wenn das Kind dennoch sehr unter dem Fieber leidet, bekommt es Paracetamol oder Ibuprofen als Saft oder Zäpfchen. Acetylsalicylsäure hingegen dürfen Kinder und Jugendlichen nicht einnehmen, da der Wirkstoff bei ihnen eine tödliche Erkrankung auslösen kann (Reye-Syndrom).

Übrigens kommt auch heiße Milch mit Honig bei erkälteten Kindern häufig gut an – am besten bereiten wir sie abends vorm Schlafengehen zu, dann steigt die Chance auf eine erholsame Nacht für die ganze Familie.

Wie die Naturheilkunde erkälteten Kindern hilft

Die Homöopathie kennt einige effektive Wirkstoffe gegen Erkältungskrankheiten, von denen sich vier auch prima für Kinder eignen: Wilder Indigo, Wasserdost, Brechwurz und Eisenhut. Wilder Indigo bekämpft Halsschmerzen, Wasserdost Schnupfen und Brechwurz Husten. Eisenhut kann Fieber lindern.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.