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Vergesslichkeit

Vergesslichkeit

Wie hieß noch gleich die nette Nachbarin? Und wo ist bloß der Autoschlüssel wieder hingeraten? Keine Sorge, gelegentliche Vergesslichkeit ist kein Grund zur Beunruhigung. Doch was, wenn sich die Gedächtnislücken häufen?

Warum das Gedächtnis vergesslich ist

Wir alle vergessen mal etwas, völlig egal, wie alt wir sind. Das ist nicht nur normal, sondern unser Gehirn ist sogar darauf angewiesen, manches auszusortieren. Nur so kann es sich vor Reizüberflutung schützen. Über 100 Milliarden Gehirnzellen leiten ständig Informationen durch unseren Kopf, Reize und Eindrücke werden in neuronalen Verknüpfungen gespeichert. Mit jeder Information, die unser Gehirn verarbeitet, verknüpft es Nervenzellen neu und baut so immer weiter an seinem individuellen neuronalen Netz.

 

Damit das neuronale Netz nicht ins Unermessliche wächst, muss das Gehirn alle Sinneseindrücke nach Relevanz filtern. Im Ultrakurzzeit-Gedächtnis bleiben Eindrücke daher nur wenige Sekunden und werden verworfen, wenn ihnen keine weitere Beachtung geschenkt wird. Ins Kurzzeitgedächtnis gelangen sie, sobald wir uns auf die Information konzentrieren –­ etwa beim Vokabellernen. Doch auch das Kurzzeitgedächtnis muss regelmäßig aufgeräumt werden. Informationen speichert es deshalb nur für etwa zwanzig Minuten. Dann werden viele frische neuronalen Verknüpfungen als nebensächlich wieder gelöscht. Nur wenn sich die Nervenzellen fest genug verknüpfen, schafft es die Information ins Langzeitgedächtnis: Das passiert vor allem, wenn wir uns konzentrieren – und durch häufige Wiederholungen.

 

Im Langzeitgedächtnis gibt es verschiedene Zuständigkeiten. Bewegungsabläufe speichern wir im prozeduralen Gedächtnis. Wenn wir eine Bewegung oft genug wiederholt haben, beherrschen wir sie fast automatisch. Deshalb verlernen wir das Fahrradfahren nicht, auch wenn wir jahrelang nicht mehr in die Pedale getreten sind. Im semantischen Gedächtnis steckt gelerntes Welt-Wissen – hier könnten wir fündig werden, wenn wir versuchen, uns an die binomischen Formeln aus dem Matheunterricht zu erinnern. Das perzeptuale Gedächtnis speichert Muster. So erkennen wir beispielsweise die Melodie eines alten Popsongs im Radio, obwohl er modern gecovert wurde. Das episodische Gedächtnis schließlich umfasst unsere persönliche Autobiografie.

Ursachen für Vergesslichkeit

Wenn wir einen wichtigen Termin „verschusseln“ oder an der Supermarktkasse partout nicht mehr die PIN-Nummer der EC-Karte erinnern, stecken meistens einfach Stress, Übermüdung oder Flüssigkeitsmangel dahinter. Das alles führt nämlich dazu, dass das Gehirn Gedächtnisinformationen kurzfristig nicht mehr optimal speichern und abrufen kann. Es ist dann mit der Reizverarbeitung überfordert und unsere Konzentrationsfähigkeit lässt zu wünschen übrig.

 

Ganz normal ist auch, dass so etwas häufiger passiert, wenn wir älter werden. Denn im Alter verlangsamen sich die Prozesse im Gehirn generell, die Informationsübertragung zwischen den Zellen funktioniert nicht mehr so gut und unsere Merkfähigkeit und Reaktionsfähigkeit lassen nach.

 

Weist das Gedächtnis allerdings immer häufiger auffällige Lücken auf, kann das schlimmstenfalls ein Anzeichen für eine beginnende Demenz sein – vor allem, wenn die Erinnerungsprobleme sich verschlechtern und selbst Dritten auffallen. Spätestens, wenn noch weitere Symptome hinzukommen, ist ärztlicher Rat gefragt: Etwa Schwierigkeiten, Neues gedanklich zu verarbeiten und wiederzugeben. Oder eine beeinträchtigte Orientierungsfähigkeit. In Deutschland leiden aktuell etwa 1,7 Millionen Menschen an Demenz. Zu den häufigsten Ursachen zählen die Krankheit Alzheimer und Durchblutungsstörungen im Gehirn (vaskuläre Demenz).

Tipps gegen Vergesslichkeit und Erinnerungslücken

Die gute Nachricht: Sofern Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit nicht demenzbedingt sind, können wir ihnen mit einem möglichst gesunden Lebensstil prima beikommen und einer Verschlechterung vorbeugen.

 

Wichtig dafür:

  • Ausgewogene Mahlzeiten: Eine ausgewogene, fettarme Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch – sowie Fleisch und Milchprodukten in Maßen. So bekommt unser Körper alles, was er benötigt. Besonders achten sollen wir auf die Versorgung mit B-Vitaminen, sie unterstützen die geistige Leistungsfähigkeit, wirken Müdigkeit entgegen und tragen zu einem funktionierenden Nervensystem bei.
  • Regelmäßige Bewegung: Schon ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft regt den Kreislauf an und versorgt das Gehirn mit dem nötigen Sauerstoff.
  • Null Promille: Möglichst selten Alkohol trinken oder am besten ganz darauf verzichten. Studien zufolge beeinträchtigt langjähriger Alkoholkonsum unsere allgemeine Gedächtnisleistung nämlich schon im Alter von 40 bis 60 Jahren deutlich.
  • Fernseher abschalten: Britische Forscher konnten zeigen, dass mehr als 3,5 Stunden fernsehen pro Tag bei Über-50-Jährigen zu Wortfindungsstörungen führt – also zu einer Verschlechterung des semantischen Gedächtnisses.
  • Entspannen: Gestresste, reizüberflutete Gehirne arbeiten nur im Notprogramm.  Darunter leiden Konzentrations- und Erinnerungsfähigkeit. Deshalb helfen Entspannungstechniken auch gegen Erinnerungslücken, egal ob Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Yoga.
  • Gehirnjogging: Wer sein Gehirn regelmäßig trainiert, bleibt länger fit im Kopf. Am besten klappt das mit Hobbys, die uns geistig fordern – Schach spielen, ein Musikinstrument lernen oder neue Sprachen üben.
  • Soziale Kontakte: Die Enkel hüten, Freunde treffen oder ein Ehrenamt ausüben – wer mit anderen Menschen in Kontakt bleibt und in soziale Netze eingebunden ist, fördert und fordert sein Gehirn und seine Gedächtnisleistung ganz automatisch.

 

Im Alltag gibt es ohnehin viele Gelegenheiten, das Gehirn vor kleine Herausforderungen zu stellen und Vergesslichkeit so vorzubeugen: Etwa den Einkaufszettel erst kurz vor der Kasse zur Kontrolle durchschauen oder neue Wegstrecken zu gewohnten Zielen suchen.

Was die Naturheilkunde gegen Vergesslichkeit zu bieten hat

Tatsächlich ist gegen Vergesslichkeit sogar mehr als ein Kraut gewachsen. Indisches Brahmi (Bacopa monnieri) wird seit über 3000 Jahren im Ayurveda eingesetzt und diente etwa Gelehrten und Schülern zur Unterstützung beim Auswendiglernen langer Texte.

 

Auch Griechisches Eisenkraut (Sideritis scardica) nutzen Menschen seit Jahrhunderten. Es kann, ebenso wie Zink, die kognitive Leistungsfähigkeit steigern, die Konzentrationsfähigkeit unterstützen und die Informationsverarbeitung im Gehirn verbessern.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Quellenangaben

Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): "Was ist eine Demenz?", 4. Auflage, November 2017
Neurozentrum Bern: Symptom Gedächtnisstörung -https://www.neurozentrum-bern.ch/symptome/vergesslichkeit/
Deutsche Alzheimergesellschaft e.V.: "Alle 100 Sekunden erkrankt in Deutschland ein Mensch an Demenz", Informationsblatt vom 27. Juni 2018