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Gicht

Gicht

Die Gelenke schmerzen urplötzlich furchtbar stark, die Anfälle kommen mittlerweile in regelmäßigen Abständen, erste Knoten sind bereits sichtbar – die Gicht hat bereits zugeschlagen. Und das nicht erst seit gestern! Denn sind die typischen kleinen Gichtknoten (Gichttophi) längst an verschiedenen Körperstellen sichtbar kann das auf eine noch unbehandelte Gichterkrankung hindeuten. Doch wie entsteht diese Stoffwechselstörung überhaupt und was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten?

Gicht - eine Krankheit, die den Ursprung im Gewebe hat

Die Gicht (auch als Urikopathie oder Arthritis urica bezeichnet) ist eine Krankheit, die als Folge einer Störung des Harnsäurestoffwechsels auftritt. Bei der Konzentration der Harnsäure ist es im Körper davon abhängig, wie viel Harnsäure produziert wird und wie viel der Körper hauptsächlich über die Nieren ausscheidet. Hinsichtlich der Gicht Erkrankung ist die Konzentration von Harnsäure, die im Blut nachweisbar ist, und in anderen Körperflüssigkeiten viel höher, als der Arzt es gerne hätte. In diesem Fall spricht der Arzt von einer Hyperurikämie. Wenn die Harnsäure im Körper eine zu hohe Konzentration erreicht, kann man von einer Bildung der Harnsäurekristalle ausgehen, die im Gewebe entstehen. Derartige Fremdkörper verursachen eine Entzündung, die zu Gicht führt.

Wie macht sich Gicht bemerkbar?

  1. Akuter Gichtanfall - Gicht beginnt oft mit einem akuten Anfall am Ansatz des Großzehengelenks. Der sehr starke Schmerz entwickelt sich innerhalb weniger Stunden. Aber auch andere Gelenke können von Gicht betroffen sein. Wenn die Gicht gleichzeitig an verschiedenen Orten auftritt, ist der Ausbruch asymmetrisch. Das bedeutet, wenn jemand Schmerzen im linken Zeh hat, dann ist auch die rechte Hand betroffen. Außergewöhnlicher Druck auf den Körper, übermäßiger Alkoholkonsum oder schwere Mahlzeiten sind in der Regel die Auslöser.
  2. Gicht-Begleiterscheinungen - Zu den Begleitumständen für Gicht gehören Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Herzjagen. Das ist sodann ein ernstzunehmender Anfall. Bei kleineren Fällen kann Gicht auch ohne eine ärztliche Behandlung nach wenigen Tagen abklingen. Zurück bleibt in der Regel eine juckende Schuppenhaut. Viele Gicht-Betroffene nehmen daher den ersten Anfall "auf die leichte Schulter" und gehen nicht zu einem Facharzt.
  3. Wiederkehrende Gicht-Anfälle - Nach regelmäßigen Auftreten von Anfällen können sich sogenannte Gichtknoten (medizinisch für Tophi, auch unter Gichtperlen bekannt) bilden. Sie treten oftmals am Ellbogen, an der Ohrmuschel oder an den Fingern auf. Das sind Ablagerungen von Harnsäurekristallen. Gicht kann zu einer Verformung und Zerstörung der Gelenke führen, wenn die Behandlung nicht rechtzeitig eingeleitet wird.

Risikofaktoren und Folgeerkrankungen durch Gicht

Die Nieren sind besonders gefährdet. Hier führen Ablagerungen von Harnsäure im Gewebe zu einer chronischen Beschädigung. Dies wird als Niere der Gicht bezeichnet. Eine solche Ablagerung von den Harnsäurekristallen, die sich im Nierenmark aufhalten, führt zu einem Anstieg des Blutdrucks und begünstigt so die Entstehung von Arteriosklerose. Nierensteine, die durch die Ausfällung von Harnsäurekristallen entstehen, sind die Ursache für schmerzhafte Koliken.

Vor allem bei jungen Menschen kann Gicht zuerst die Nieren "angreifen" und nicht die Gelenke. Selbst wenn Menschen mit Gicht eine Veranlagung geerbt haben, können sie mögliche Gesundheitsprobleme durch einen angemessenen Lebensstil begrenzen. Dazu zählt zunächst die drastische Einschränkung von Alkohol.

Darüber hinaus sollte der Speiseplan durch genügsames Essen ausgeglichen werden. Vorzugsweise pyknische Menschen gehören zu dem Kreis, die häufig an Gicht erkranken. Aber auch diejenigen, die rigoroses Fasten ausprobieren, müssen daran denken, dass es infolge dessen zu einer vermehrten Harnsäurebildung kommen kann.

Die möglichen Therapiemaßnahmen bei Gicht

Bei akuten Gicht-Anfällen ist die Schmerzbehandlung empfehlenswert. Der Facharzt wird ein Medikament verordnen, das die entzündlichen Reaktionen im Gewebe hemmt. Gleichzeitig wird er die betroffene Stelle ruhigstellen.

Langfristig allerdings muss der Harnsäurespiegel gesenkt werden. Dadurch kann der Abbau der bereits abgelagerten Kristalle erreicht werden. Das erzielt der Facharzt mit Verordnung von Präparategruppen wie:

  • Urikosurika - unterstützt die Beschleunigung der Harnsäure-Ausscheidung
  • Urikostatika - optimal für die Hemmung gegen die Bildung der Harnsäure

Der Patient, der an Gicht erkrankt ist, braucht eine dauerhafte Therapie, auch dann, wenn in einem bestimmten Zeitraum keine akuten Anfälle mitsamt Schmerzen zum Vorschein gekommen sind. Medikamente sollte er nur mit Absprache des Facharztes absetzen.

Sofern der Facharzt nach einem akuten Anfall der Gicht das kranke Gelenk ruhiggestellt hat, benötigt der restliche Körper sehr viel Bewegung. In der Regel ist in diesem Fall eine gezielte, heilgymnastische Behandlung angebracht, um beispielsweise das Körpergewicht bei Gicht unter Kontrolle zu halten.

Gicht und Naturheilkunde

Verschiedene Hausmittel und entsprechende Naturheilmittel lindern bei Gicht die Symptome und fördern den Heilungsprozess. Sie können die Ursachen der Krankheit aber nicht bekämpfen: eine ständige Ernährungsumstellung ist deshalb der beste Weg, um die Gicht in den Griff zu bekommen.

Der Schmerz eines Anfalls bei Gicht kann durch kalte Kompressen oder Eispackungen (nicht unmittelbar auf die Haut auftragen!) gelindert werden. Die Erkältung ist ein bewährtes Hausmittel gegen Gicht, weil sie die Entzündungsreaktion verlangsamt - obwohl sie die Bildung von Harnsäurekristallen fördert.

Homöopathische Analgetika (Mezereum, Colocynthis oder Ranunculus bulbosus) helfen optimal. Natürliche Heilmittel gegen Gicht, die die Gelenkentzündung bekämpfen, sind Präparate aus Salix (Weidenrinde) und Colchicum (Herbst-Safran).

Weitere Heilpflanzen, die in Bezug auf Gicht zum Einsatz kommen dürfen, sind Birke (Betula) und Brennnessel (Urtica dioica). Beide haben eine entsäuernde Wirkung: Kuren, die regelmäßig durchgeführt werden, mittels homöopathischer Urtinktur oder dem Frischpflanzensaft, beugen Gichtanfällen vor.

Die homöopathischen Heilpflanzen Berberis (Sauerdorn), Thuja (Lebensbaum), Colchicum (Herbstzeitlose) und Lithiumcarbonat beeinflussen vor allem die zugrundeliegenden Stoffwechselvorgänge und normalisieren den Harnsäurestoffwechsel. Gegen akute und chronische Gelenk- und Muskelschmerzen helfen außerdem Ledum palustre (Sumpfporst), Rhus toxicodendron​​​​​​​ (Giftsumach) und Formica rufa (Ameisensäure).

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.