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Gehirn & Gedächtnis

Gehirn & Gedächtnis

Ähm… was wollte ich gerade sagen? Wo ist die Brille schon wieder? Auch wenn das Erinnerungsvermögen im Alltag manchmal nachlässt, leistet das menschliche Gedächtnis mehr als der beste Computer der Welt. Selbst im Alter kann das Gehirn noch lange gesund und fit bleiben – vorausgesetzt man beugt mit den richtigen Maßnahmen vor

Schlechtes Gedächtnis im Alter - Schicksal oder faule Ausrede?

Namen, Gesichter, Orte, Passwörter – ständig ist das Gehirn im Alltag gefordert, sich Hunderte von Dingen zu merken. Die Anforderungen an das Gedächtnis sind im Laufe der Jahre gewaltig gewachsen. Die Flut an Informationen, die täglich etwa in Form von E-Mails, WhatsApp- oder Push-Nachrichten auf jeden Einzelnen einströmen, ebenso. Das Gedächtnis ist oft gar nicht in der Lage die ungeheure Informationslast zu verarbeiten. Kein Wunder, dass es dabei immer häufiger zu Aussetzern kommt.

 

Wie gut die eigene Erinnerungsfähigkeit ist, hängt allerdings auch von anderen Faktoren wie etwa der Tagesform und der Gefühlslage ab. So fördern zum Beispiel Stress,Nervosität, Erschöpfung, seelische Belastungen und körperliche Beanspruchungen das Auftreten von Konzentrationsstörungen, die wiederum zu Gedächtnisschwächen und Vergesslichkeit führen können.

 

Nicht zuletzt hinterlässt auch das Alter seine Spuren im Gehirn: Schon ab dem 45. Lebensjahr beginnen das Gedächtnis und die Fähigkeit zum schnellen Erkennen von Zusammenhängen messbar nachzulassen. Dennoch muss man den Alterungsprozess des Gehirns nicht einfach hinnehmen. Denn die geistige Fitness lässt sich wie ein Muskel trainieren und so auch im Alter auf einem guten Niveau halten. Das Gehirn wächst also mit seinen Aufgaben.

Welche Arten von Gedächtnissen gibt es?

Das Gedächtnis kommt einem oft vor wie eine launische Diva: Einige Dinge merkt es sich spielend leicht, andere nur bruchstückhaft – und manches will es sich einfach partout nichts einprägen. Um die Möglichkeiten der menschlichen Merkfähigkeit zu verstehen, ist es wichtig, den Aufbau des Gedächtnisses zu kennen. Denn Sinneseindrücke, persönliche Erinnerungen, Fakten und Fertigkeiten werden im Gehirn auf unterschiedliche Art und Weise und an verschiedenen Orten gespeichert.

 

Dabei unterscheiden Hirnforscher drei verschiedene "Speicherplatten" in der Denkzentrale:

  • Ultrakurzgedächtnis (auch: sensorisches Gedächtnis): Hier werden Sinneswahrnehmungen wie Hören, Sehen, Riechen und Empfinden bis zu zwei Sekunden lang zwischengespeichert. Danach werden sie direkt wieder gelöscht und von neuen Informationen „überschrieben“. So hilft das sensorische Gedächtnis etwa dabei, einem Gespräch oder Film zusammenhängend zu folgen. Dieser erste Speicher des Gedächtnisses dient dazu, nach wichtig und unwichtig zu sortieren, um das Gehirn nicht einer Reizüberflutung auszusetzen. Nur wenn Informationen als bedeutend eingestuft werden, werden sie an das Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet.

 

  • Kurzzeitgedächtnis (auch: Arbeitsgedächtnis): Das Kurzzeitgedächtnis ist eine Art Zwischenspeicher für Informationen, die im Moment, aber nicht auf Dauer benötigt werden – die Speicherdauer beträgt Sekunden bis Minuten. Bei der Ausführung einfacher täglicher Aufgaben kommt das Kurzzeitgedächtnis praktisch ständig zum Einsatz: So lassen sich Gespräche führen, gelesene Texte verstehen und Telefonnummern kurz merken, bevor man sie notiert hat. Das Kurzzeitgedächtnisses erinnert an Ereignisse, die unmittelbar passiert sind. Es versteht Ziffern, Buchstaben, Wörter oder Farben. Wichtige Inhalte werden anschließend ins Langzeitgedächtnis weitergeleitet, während unwichtige von neuen Informationen überschrieben werden. 

 

  • Langzeitgedächtnis: Faktenwissen, Erinnerungen und persönliche Fähigkeiten sind im Langzeitgedächtnis
    gespeichert. Die Riesen-Bibliothek des Gehirns ermöglicht eine nahezu unbegrenzte Speicherkapazität von Daten über einen Zeitraum von Wochen, Monaten, Jahren – oder sogar ein ganzes Leben lang. Die Wissenschaft unterteilt dieses Archiv in zwei Kategorien:
  1. Das explizite Gedächtnis: In diesem Speicher werden Informationen abgelegt, die bewusst abgerufen werden können – etwa Kindheitserlebnisse, Vokabeln oder berufliches Wissen.
  2. Das implizite Gedächtnis: Hier werden Informationen unbewusst abgerufen. Handlungen laufen mechanisch ab, ohne darüber nachzudenken. Dazu gehören motorische Abläufe wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Skifahren.

Tipps und Tricks, damit das Gehirn im Alter noch fit ist und bleibt

Neurowissenschaftler haben festgestellt, dass das Gehirn auch im Alter veränderbar und vor allem trainierbar ist. Wer dabei die folgenden Maßnahmen im Alltag beherzigt, kann sein Gedächtnis lange fit und leistungsfähig halten:

 

1. Sport für die mentale Fitness: Regelmäßige körperliche Bewegung regt die Vernetzung von Nervenzellen an und fördert dadurch das Erinnerungsvermögen. Besonders aerobes Training – also jene Übungen, die unsere Herzfrequenz erhöhen – kurbeln die Durchblutung an, sodass mehr Sauerstoff und Nährstoffe ins Gehirn gelangen. Experten empfehlen Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Optimal: vier- bis fünfmal die Woche mindestens 30 Minuten trainieren.

 

2. Gehör kontrollieren lassen: Schlechtes Hören hat einen negativen Einfluss auf das Gedächtnis. Denn oft führen Hörprobleme zu sozialer Isolation und in der Folge zu geringerer kognitiver Leistungsfähigkeit. Studien zeigen, dass es für die geistige Gesundheit wichtig ist, einen Hörverlust möglichst frühzeitig auszugleichen – etwa mit einem Hörgerät. 

 

3.Der Kopf liebt neue Reize: Langeweile ist Gift für das Gehirn. Wer sich hingegen mit einer ungewohnten Aufgabe oder einer neuen Sinneserfahrung beschäftigt, kann seine Merkfähigkeit verbessern. So helfen neue Hobbys wie Tanzen, Musizieren oder Fremdsprachen dem Gedächtnis im Alter auf die Sprünge. Denn sobald man etwas Neues, möglichst Kniffliges ausprobiert, werden neue Verknüpfungen zwischen den einzelnen Nervenzellen im Gehirn gebildet – und die sind für die Gedächtnisleistung unerlässlich.

 

4. Brain-Food gegen das Vergessen: Das Gehirn mag es abwechslungsreich – die Denkzentrale bevorzugt vor allem pflanzliche Kost wie frisches, saisonales Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, regelmäßig Fisch, dafür möglichst wenig Fleisch und Zucker. Insbesondere die mediterrane Ernährung zeigte sich in Studien als effektiver Schutz vor Demenz. Damit das Gehirn auch genau das an Nährstoffen bekommt, was es als Treibstoff für eine optimale Funktion benötigt, kann eine gezielte Versorgung mit ausgewählten natürlichen Gedächtnis-Boostern sinnvoll sein. Hierzu gehören vor allem B-Vitamine, Zink und neuroaktive Pflanzenstoffe, wie sie etwa Indischem Brahmi und Griechischem Eisenkraut vorkommen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Quellenangaben

>https://www.scinexx.de/news/biowissen/geistiger-abbau-beginnt-schon-mit-45-jahren/
>https://www.netdoktor.de/anatomie/gehirn/gedaechtnis/
>https://www.dzne.de/aktuelles/pressemitteilungen/presse/alzheimer-studie-des-dzne-mediterrane-ernaehrung-kann-vor-gedaechtnisverlust-und-demenz-schuetzen/