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Ischias

Ischias

Bei jeder kleinsten Bewegung schmerzt der Körper im Lendenbereich? Kann das vielleicht die Bandscheibe sein? Nein! Entgegen der ersten Vermutung wird als Unruhestifter wenig später dann ein eingeklemmter Nerv direkt am Ischias identifiziert. Doch bei ähnlichen Symptomen kommt es auch heutzutage nicht selten noch zu falschen Diagnosen und damit zu unnötigen oder falschen Behandlungen. Wie erkenne ich da den Unterschied? Was machen Ischias-Beschwerden aus?

Hintergrund: der Ischiasnerv

Als Ischiasnerv oder auch Hüftnerv wird ein peripherer Nerv im Lenden-Kreuz-Bereich des Körpers bezeichnet. In der Regel wird der Begriff ‚Ischias‘ vor allem für die Schmerzen am Ischias verwendet, die durch eine Schädigung am Ischiasnerv auftreten.

Der Ischias beginnt im Rückenmark, genauer zwischen dem vierten Lendenwirbel und dem zweiten Kreuzbeinwirbel der Wirbelsäule, und zieht sich durchs gesamte Bein. Dabei verläuft der Ischias von der Wirbelsäule durch den Gesäßbereich und das Hüftgelenk über die Rückseite des Oberschenkels bis hin zur Kniekehle, wo sich dieser in zwei Stränge teilt. Einer dieser Nervenäste des Ischias zieht sich am Schienbein entlang, auch Schienbeinnerv genannt, und der andere in der Wade als Wadenbeinnerv.

Der Ischias endet am Fuß und ist somit der längste Nerv des Körpers sowie der dickste Nerv mit einem Querschnitt von ein bis eineinhalb Zentimetern. Die Ischiasschmerzen treten beim Ursprung im unteren Rückenbereich auf und strahlen meist bis ins Bein hinab.

Ursachen für Beschwerden am Ischias

Die Schmerzen am Ischias können verschiedene Ursachen haben:

  • Verspannungen am Muskel durch Fehlbelastung
  • andauernder Druck auf das Gefäß durch langes Sitzen
  • Wirbelkörper werden blockiert
  • Bandscheibenvorwölbung
  • Bandscheibenvorfall
  • Verletzung durch beispielsweise einen Sturz

 

Die spürbare Folge dieser Ursachen ist eine Reizung, Einengung oder gar Schädigung des Ischias, die sich in Schmerzen äußert. Insbesondere Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben wie bei einem Bandscheibenvorfall oder den einzelnen Wirbelkörpern der Wirbelsäule führen meist zu einer Verengung der Zwischenwirbellöcher, sodass der Ischias einklemmt wird.

Aber auch eine Fehlstellung der Wirbelsäule, eine falsche Haltung des Körpers beispielsweise durch zu langes Sitzen oder ein Sturz mit einer abrupten, falsch ausgeführten Bewegung können den Ischias reizen beziehungsweise einengen oder schädigen.

Meist äußert sich der Ischias als ein Stromschlag-ähnlicher und ziehender Schmerz, der im unteren Rücken auftritt und auch auf die Beine ausstrahlt. Zudem können bei einer Verletzung des Ischias Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen auftreten, die vom unteren Rücken bis hin zu den Füßen spürbar sind. Aus medizinischer Sicht wird deswegen der Ischias auch als neuropathischen Schmerz eingeordnet.

Die Behandlung von Symptomen am Ischias

Die Behandlung einer Verletzung des Ischias richtet sich nach der Ursache sowie der Schwere und Dauer der Schmerzen. Allen voran steht die sofortige Linderung der Schmerzen am Ischias unter anderem durch schmerzstillende Medikamente.

Danach können je nach Schwere weitere Maßnahmen wie Krankengymnastik, Wärmebehandlungen und gegebenenfalls auch Operationen folgen, die sich der eigentlichen Ursache der Probleme mit dem Ischias widmen. Es ist auch möglich, dass der Körper es von alleine schafft, den Ischias zu heilen.

Wenn die Ursache für den Ischias nicht bei einer Zerrung liegt, sondern bei einer Infektion, wird dieser mit einem Antibiotikum behandelt und nicht nur mit Schmerzmitteln. Grundlegend sollte jeder, insbesondere wer täglich lange sitzt, darauf achten, sich in der Freizeit viel zu bewegen, um die Muskelpartie rund um den Ischias zu stärken. Hierzu zählen Aktivitäten wie Wandern und Spazierengehen aber auch gezieltes Rückentraining und Yoga.

Naturheilkundliche Anwendungsmethoden bei Ischiasschmerzen

In der Naturheilkunde gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Symptome einer Verletzung des Ischias und die daraus resultierenden Schmerzen zu lindern. So helfen beispielsweise warme Kneippsche-Güsse die Schmerzen zu mildern, indem das circa 42 Grad Celsius warme Wasser über die schmerzenden Stellen gegossen wird. Ein warmes Bad mit Rügener Heilkreide hat einen ähnlich entspannenden Effekt und lässt die Schmerzen am Ischias schwinden.

Neben der Therapie mit Wärme hält die Naturheilkunde auch einige Methoden bereit, die sich nicht nur an die Milderung des Schmerzes richten, der vom Ischias ausgeht, sondern die eigentliche Ursache wie einer Verklemmung des Ischias angehen. Bei der Dorn-Methode werden beispielsweise die Wirbel auf sanfte Weise eingerenkt, sodass diese nicht mehr den Ischias blockieren. Auch ein gezieltes Training der Muskeln im Rücken wird oft bei der Behandlung eines Problems am Ischias angewendet und dient gleichzeitig zur Vorsorge. Eine weitere beliebte Behandlungsmethode in der Naturheilkunde ist die Akupunktur, bei der durch Nadeln die Muskulatur entspannt wird und die Schmerzpunkte gezielt behandelt werden.

Um die körpereigenen Reparaturprozesse bei einem Ischiasvorfall zu unterstützen bieten sich wertvolle Nährstoffe und bioaktive Nervenbausteine aus der Natur an. Dazu eignen sich vor allem die B-Vitamine Cobalamin und Folsäure sowie Citicolin.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.