Zum Hauptinhalt springen

Ischias

Ischias

Es klingt zwar brutal, fühlt sich aber genauso an: Entweder als habe einen ein Pfeil durchbohrt, oder als würde langsam ein Messer in den Lendenbereich geschoben. Ein stechender Schmerz mit heftiger Ausstrahlung ins Bein. Bei Bewegungen scheint ein elektrischer Schlag bis in den Fuß zu jagen, und Tausende von Ameisen laufen ununterbrochen das Bein rauf und runter – und zwar innen wie außen. Doch in Wahrheit passiert bis auf eine elektrische Reizung nichts davon. Aber das, was passiert ist, reicht schon aus, um stark zu leiden. Der Ischiasnerv wurde geschädigt – und das fühlt sich wirklich gemein an.

Muskeln? Gelenke? Verschleiß? Nein: Ischias.

Hoffentlich handelt es sich nur um schweren Muskelkater im Bein, weil eventuell gestern mit dem Sport ein bisschen übertrieben wurde. Vielleicht war das nach der langen Corona-Pause auch für die Gelenke ein bisschen zu viel? Oder kann es doch damit zu tun haben, dass die Knochen nicht mehr die jüngsten sind? Alles ist denkbar, aber in manchen Fällen kann es sich um eine etwas drastischere Ursache handeln.

Der dickste Nerv im menschlichen Körper ist der Ischias. Wahrscheinlich wurde der an einer Stelle im Körper eingeklemmt - und schon „hat man Rücken“. Genauer gesagt: „Rücken mit Bein“ - schließlich handelt es sich um eine sogenannte Ischialgie. Und die erstreckt sich von der Hüfte nicht selten bis zum Fuß hinunter. Auslöser ist sehr oft die Irritation durch degenerativ veränderte Bandscheiben, und zwar der lumbalen Bandscheiben L4/L5 und L5/S1.

 

Jährlich trifft die Ischialgie rund 120.000 Personen. Im Sprachgebrauch hat sich für dieses Krankheitsbild der Begriff „Ischias“ eingebürgert, was fachlich jedoch nicht korrekt ist. Der Grund: Ischias hat jeder Mensch, eine Ischialgie zum Glück nicht. Dieser Nerv ist für die sensorische Versorgung der unteren Extremitäten zuständig. Er läuft vom unteren Rücken durch die Gesäßhälften an der Rückseite des Oberschenkels entlang und teilt sich auf Kniehöhe, um mit zwei Ästen im Unterschenkel Empfindungen überhaupt möglich zu machen. Er leitet die entsprechenden Empfindungsmeldungen direkt in das Zentralnervensystem. Die Ischialgie wird häufig mit dem nicht minder schmerzhaften Hexenschuss (Lumbalgie oder Lumbago) verwechselt oder gleichgesetzt. Der Unterschied ist, dass der Hexenschuss gewöhnlich nicht in die Beine ausstrahlt, sondern in erster Linie im Lendenbereich quält.

Wodurch entstehen Probleme mit dem Ischias?

Es gibt einige Ursachen, die die Beschwerden verursachen. Gemein ist mit Ausnahme der Nervenentzündungen fast allen, dass es zu einer mechanischen Reizung, einer Quetschung des Ischiasnervs kommt. Es sind oft nur kleine unbedeutende Bewegungen, die die Ischialgie auslösen. Aber zu den „bösen Momenten“ zählen ebenso rasche und ruckartige Bewegungen, schweres Heben, falsches Bücken.

 

Ursachen für die Ischialgie:

 

  • Bandscheibenvorfall
  • durch Osteoarthrose verursachte scharfe Knochenvorsprünge
  • Spinalkanalstenose (Verengung des Rückenmarkkanals)
  • aufgrund einer Bänderzerrung entstandene Schwellungen
  • Morbus Paget (krankhafte Veränderungen der Knochen, abnormaler Knochenumbau)
  • Diabetes-Nervenschäden (Diabetische Neuropathie)
  • Blutansammlung (Hämatom) am Nerv
  • Abszess am Nerv
  • Nerventzündungen zum Beispiel durch Lyme-Borreliose oder Gürtelrose

 

sein. Die letztgenannten fünf Ursachen lösen das Ischiassyndrom, wie die Ischialgie auch genannt wird, seltener aus, ziehen aber häufig schwierige Therapien nach sich. Die Diagnose einer Ischialgie kann in vielen Fällen bereits bei einer körperlichen Untersuchung, einer Inaugenscheinnahme der Bewegungsfähigkeit des Patienten erfolgen.

 

Die Ursache indes sollte im Zweifel und bei länger anhaltenden Beschwerden

 

  • mit bildgebenden Techniken wie der Magnetresonanztomografie (MRT), der Computertomografie (CT),
  • mit elektrodiagnostischen Untersuchungen der Nerven und Muskeln

 

erforscht werden. Damit kann der Arzt den Ort der Beeinträchtigung besser lokalisieren und die Therapie definieren.

Tipps bei Ischiasproblemen

Mittelfristig hilft um Glück in sehr vielen Fällen eine konservative Therapie mit vergleichsweise einfachen Anwendungen und gut verträglichen Medikamenten. Je nach Schwere der Beeinträchtigung muss jedoch zu weiteren Maßnahmen, vielleicht auch zu stärkeren Präparaten gegriffen werden. Leichte bis mittelschwere Schmerzen lassen sich mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen gut behandeln. Rezeptpflichtige Coxibe oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) werden in schweren Fällen eingesetzt. Es können sogar Injektionen mit Kortikosteroiden zwischen Wirbelsäule und äußerer Gewebeschicht helfen, die Schwellungen abklingen zu lassen. Die letzte Option ist die Operation.

Aber soweit muss es nicht kommen. Sehr erfolgreich wird die sogenannte „Drei-Säulen-Therapie“ eingesetzt. Dabei geht es um Schmerzbekämpfung, Physiotherapie undEntspannung.

 

Das heißt, bei der Therapie werden unterschiedliche Schmerzmittel mit den Möglichkeiten der physikalischen Therapie, also Entspannungsübungen, Massagen, krankengymnastischen Übungen, speziellen Bewegungstherapien, kombiniert.

 

Im Akutfall, wenn es gerade eben passiert ist, sollten umgehend folgende Tipps beherzigt werden:

 

  • In die Stufenlagerung begeben: Wenn es ohne fremde Hilfe geht, am besten flach auf den Boden legen. Die Beine werden im 90-Grad-Winkel auf einem Stuhl abgelegt.
  • Wärme in Form einer Wärmflasche, eines Wärmepflasters oder eines heißen gerollten Handtuchs unterm Becken unterstützt die spontane Linderung. Warme Körnerkissen helfen ebenso.
  • Langsames und bewusstes Atmen in den Unterbauch, das „In-den-Schmerz-Atmen“, löst Verspannungen, beruhigt und versorgt den Körper mit zusätzlich Sauerstoff.
  • Regelmäßige Bewegung wie Knie zur Brust, aufrechtes Sitzen, Dehnung der Beinrückseite.

 

Vielfach lässt sich mit diesen Tricks schon einiges an Linderung bewirken. Allerdings sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, sofern die Beschwerden, auch wenn sie geringer geworden sind, nach zwei bis drei Tagen nicht verschwunden sind. Auf keinen Fall sollte nur auf Bettruhe gesetzt werden. So sehr vermeintliche Entspannung im Bett auch herbeigesehnt wird, so ist sich allmählich steigernde Bewegung der Schlüssel zur Normalität.

Auch die Naturheilkunde kann bei Ischialgie helfen

In der Naturheilkunde gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Symptome einer Verletzung des Ischias und die daraus resultierenden Schmerzen zu lindern.

 

So helfen beispielsweise warme Kneippsche-Güsse die Schmerzen zu mildern, indem das circa 42 Grad Celsius warme Wasser über die schmerzenden Stellen gegossen wird. Ein warmes Bad mit Rügener Heilkreide hat einen ähnlich entspannenden Effekt und lässt die Schmerzen am Ischias schwinden.

 

Neben der Therapie mit Wärme hält die Naturheilkunde auch einige Methoden bereit, die sich nicht nur an die Milderung des Schmerzes richten, der vom Ischias ausgeht, sondern die eigentliche Ursache wie einer Verklemmung des Ischias angehen. Ein gezieltes Training der Muskeln im Rücken wird oft bei der Behandlung eines Problems am Ischias angewendet und dient gleichzeitig zur Vorsorge. Eine weitere beliebte Behandlungsmethode in der Naturheilkunde ist die Akupunktur, bei der durch Nadeln die Muskulatur entspannt wird und die Schmerzpunkte gezielt behandelt werden.

 

Ausserdem bieten sich wertvolle Nährstoffe und bioaktive Nervenbausteine aus der Natur an. Dazu eignen sich vor allem B-Vitamine und Citicolin,, bewährt und im Behandlungsprofil etabliert haben sich außerdem: Teufelskralle und Magnesium. Ebenso kommt Uridinmonophosphat oft in Kombination mit Vitamin B12 und Folsäure zum Einsatz.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.