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Blutfette

Blutfette

„Ganz wichtig – auf das Cholesterin achten!“ Diesen Hinweis mit erhobenem Zeigefinger unserer Ärzte kennen wir gut. Es ist ein komplexes Thema: Blutfettwerte und Gesundheit. Doch was heißt das eigentlich? Ist „Blutfett“ das Synonym für „Cholesterin“? Und warum hat der Mensch eigentlich Blutfette? Mit diesen Begriffen, nämlich Blut und Fett, möchte man im normalen Alltag eigentlich so wenig wie möglich zu tun haben. Fakt ist jedoch: Ohne die beiden läuft gar nichts.

Sind Blutfette denn nur schlecht?

Seit vielen Jahren machen immer mal wieder Schreckensnachrichten die Runde über Cholesterin, das schädlich ist und den Menschen krankmacht. Eine Zeit lang sollte möglichst alles vermieden werden, was den Cholesterinspiegel in die Höhe treibt. Ganz einfach, um das Risiko Schlaganfällen und Fettleibigkeit zu senken. Doch dann hieß es wieder, dass dieses oder jenes Lebensmittel doch nicht so schädlich ist wie gedacht, wie es zum Beispiel bei Eiern der Fall war.

Aber was ist eigentlich dran an diesem vermeintlich lebensbedrohlichen Stoff? Ist er wirklich so schlecht wie sein Ruf - oder macht hier vielleicht die Dosis das Gift? Um es gleich vorwegzunehmen: Ja! Denn die im Körper vorkommenden Blutfette sind absolut lebenswichtig und haben ihre Bedeutung. Aber wie bei fast allem kommt es auf uns selber an.

Wichtige Blutfette

Die wichtigsten Blutfette sind Triglyceride, die zu den Nahrungsfetten zählen, und Cholesterin, das sowohl ein Nahrungsfett ist als auch in der Leber und im Darm hergestellt wird. Dieses Fett ist maßgeblicher Bestandteil unserer Zellwände. Ferner ist es an der Bildung von Gallensäuren für die Fettverdauung, des Vitamin D für den Knochenaufbau, der Steroidhormone, also der Sexualhormone, und der in der Nebenniere stattfindenden Entstehung von Kortisol beteiligt.

Blutfette sind unverzichtbar bei der Lieferung von Energie für den Köper. Erstaunlich ist, dass sie bei normalen Werten circa 18 bis 25 Prozent des Körpervolumens ausmachen. Sie wandern mit dem Blut durch den Körper an ihre Bestimmungsorte. Sie gehen mit Eiweißen eine Verbindung zu sogenannten Lipoproteinen ein, da sie nicht wasserlöslich sind, im wässrigen Blut aber transportiert werden müssen.

Die verschiedenen Lipoproteine

  • Chylomikronen, die der Nahrung Lipide wie Triglyzeride und Cholesterin entziehen und vom Darm zur Leber und ins Fettgewebe transportieren.
  • VLDL (Very Low Density Lipoprotein), das Triglyzeride aus der Leber in unterschiedliche Teile des Körpers bringt.
  • LDL (Low Density Lipoprotein). Es bringt vor allem selbst hergestelltes Cholesterin aus der Leber zu anderen Körperzellen. Es gilt als „böse“, da es sich bei hoher Blutkonzentration an den Gefäßwänden ablagert. Die Konsequenz ist oft die Entstehung von Arteriosklerose.
  • HDL (High Density Lipoportein) transportiert überschüssiges Cholesterin von den Körperzellen wieder in die Leber. Dort wird es abgebaut. Dieses ist das „gute“ Cholesterin, hilft es doch beim Schutz vor Gefäßverkalkung.

Blutfettwerte im Detail

In der Medizin geht man von gewissen Normwerten der Blutfettwerte für Frauen und Männer aus. Die kann man im Ergebnis einer entsprechenden Blutuntersuchung direkt kontrollieren. Dabei ist zu beachten, dass ein einmalig gewonnener Wert noch nicht wirklich aussagekräftig ist. Wichtig ist eine Langzeitbeobachtung, da sich erst bei fortgeschrittener Erhöhung der Werte zum Beispiel Gallensteine bilden können.

Blutfette

Richtwert

VLDL

<30mg/dl

LDL

<160 mg/dl

HDL

Frauen 45 bis 65 mg/dl

Männer 35 bis 55 mg/dl

Triglyceride

< 200 mg/dl

Gesamtcholesterin

Vor dem 19 Lebensjahr < 170 mg/dl
20. bis 29. Lebensjahr 200 mg/dl
30. bis 40. Lebensjahr 220 mg/dl
nach dem 40. Lebensjahr < 240 mg/dl
(mg/dl=Milligramm pro Deziliter)

 

Es ist ein ganzes Sammelsurium an Blutfettkomponenten, die alle ihre Aufgaben haben. Unsere Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten sind aber auch hier schuld daran, wenn in der Balance dieser Blutfette etwas durcheinandergerät.

Wenn der Fettstoffwechsel schlappmacht

Bei 75 Prozent der Erwachsenen zeigen sich erhöhte Blutfettwerte. Wenn mehrere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, dann wird zu deutlich geringeren Werten geraten. Bei bestehenden Gefäßerkrankungen oder Diabetes sollten nochmals verringerte Werte angestrebt werden. Solang die Ernährung ausgewogen ist, der Körper mit regelmäßiger Bewegung und gemäßigtem Sport gefordert und auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol verzichtet wird, kann von ausgewogenen Blutfettwerten ausgegangen werden.

Erst eine ungesunde Ernährung und massiver Bewegungsmangel führen zu Abweichungen von den Normwerten der Lipide, hier vor allem des Cholesterins. Weitere Ursachen können aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, Nieren- und Lebererkrankungen und die Einnahme von Medikamenten oder Hormonen sein. Erhöhte Cholesterinwerte können zur Plaquesbildung in den Arterien führen, die Arteriosklerose begünstigen.

 

Die Folge: Durchblutungsstörungen zum Beispiel der Beine, des Gehirns oder des Herzens mit möglichen Folgen, wie

  • koronare Herzkrankheit in Verbindung mit Angina pectoris
  • Verengungen der Herzkranzgefäße
  • Gefährdung der Sauerstoffversorgung des Herzmuskels
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall oder -anfälle
  • Gefäßverschlüsse
  • Schmerzen an den Beinen

Bei erhöhten Triglyceridwerten droht eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Es lohnt sich also, den eigenen Ernährungsstil genauer zu beleuchten und beim Hausarzt die Blutfettwerte analysieren zu lassen. Die Reduzierung von Übergewicht wirkt sich zusätzlich auf sämtliche Körperfunktionen positiv aus.

So reguliert die Naturmedizin die Blutfettwerte

Betroffene können eine Menge selber tun, um den Blutfettstoffwechsel wieder ins Lot zu bekommen. Natürlich gibt es Lipidsenker wie zum Beispiel Statin-Medikamente, die den Fettabbau zwar begünstigen, aber auch zum Teil massive Nebenwirkungen haben.

Das A und O ist eine gesunde Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren, wie zum Beispiel:

  • Olivenöl,
  • Rapsöl,
  • Sonnenblumenöl,
  • Traubenkernöl,
  • Avocados,
  • Sonnenblumenkerne.

Ratsam ist es auch auf pflanzliche Inhalts- und Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren im Fisch, auf Sojamilch, Nüsse, Tomaten, Karotten, Haferflocken, Vollkornprodukte und weiteres Gemüse sowie Obst zu achten.

 

Andere ganz natürliche Hilfsmittel:

  • Grüner Tee
  • Kräutertee, zum Beispiel aus Goldrute und Eschenblättern
  • Ingwer ist ein wunderbarer Fatburner, der – als Tee zubereitet – die Fettverdauung ankurbelt.
  • Enzian, Tausendgüldenkraut, Wermut als Tee eignen sich wegen der Bitterstoffe, die dem Cholesterin zu Leibe rücken.
  • Löwenzahn, Rucola, Radicchio, Chicorée enthalten ebenfalls Bitterstoffe.
  • Mariendistel regt die Produktion von Gallsaft an, der sich um zu hohes Cholesterin kümmert.
  • Vitamin C in frisch gepresstem Zitronensaft hilft – unbedingt morgens getrunken – bei der Fettverbrennung.
  • Beta-Glucan in Haferflocken bindet Gallensäure, für deren Neuproduktion Cholesterin benötigt wird, was wiederum den Spiegel senkt.
  • Heilerde in Kapseln lassen sich leicht einnehmen, und die Heilerde bindet unbrauchbare Stoffe, so auch Fette.
  • Knoblauch und Bärlauch verhindern das Anlagern von Fett in den Gefäßen.
  • Der in Flohsamen und Flohsamenschalen enthaltene Wirkstoff Psyllium bindet Cholesterin im Darm und schleust es auf ganz natürlichem Weg aus dem Körper.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.