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Konzentration und Aufmerksamkeit

Konzentration und Aufmerksamkeit

Was hat der Nachrichtensprecher gerade gesagt? Und ist das Nudelwasser schon gesalzen? Manchmal sind wir einfach nicht bei der Sache, sondern unkonzentriert und unaufmerksam. Kann passieren. Doch was, wenn die Konzentrationsschwäche zum Dauerzustand wird?

Was bedeutet eigentlich Konzentration?

Wenn wir uns konzentrieren, fokussieren wir unsere Aufmerksamkeit auf eine ganz bestimmte Tätigkeit – etwa um eine Aufgabe zu lösen oder ein konkretes Ziel zu erreichen. Dabei leistet das Gehirn Schwerstarbeit. Es muss nämlich sämtliche Umgebungsreize filtern und unauffällig im Hintergrund verarbeiten, damit wir bei der Sache bleiben können. Irgendwann lässt die Konzentration aufgrund dieser Anstrengung zwangsläufig nach. Je länger es jemandem gelingt, sein Aufmerksamkeitsniveau aufrecht zu halten, umso besser ist seine Konzentrationsfähigkeit.
Lässt die Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum aufmerksam einer Aufgabe zu widmen, zu wünschen übrig, sprechen Fachleute von einer Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung. Wir lassen uns dann leicht durch äußere Reize ablenken, die Gedanken schweifen schnell ab.
Konzentrationsprobleme können vorübergehendend auftreten und sind dann meist harmlos. Allerdings besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit einer ernsten Erkrankung. Deshalb bei anhaltender Konzentrationsschwäche oder bei starken, plötzlich auftretenden Symptomen immer eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate ziehen.

Was beeinflusst die Aufmerksamkeit?

Stecken ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) oder ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperativitäts-Syndrom (ADHS) hinter den Symptomen, liegt ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn vor. Es wird ärztlich diagnostiziert und gegebenenfalls mit Medikamenten behandelt. Kinder und Erwachsene sind übrigens gleichermaßen von ADS und ADHS betroffen.
Zu den häufigsten Ursachen für Konzentrationsstörungen zählt aber schlicht psychische Überlastung: Stress und Überforderung in Schule und Job oder im Privatleben wirken sich negativ auf unsere Konzentrationsfähigkeit aus. Kurzfristiger Stress kann zwar durchaus zu geistigen Höchstleistungen pushen, dauerhafte Anspannung führt aber nur zu Erschöpfung und Fahrigkeit.
Schlafmangel löst ebenfalls Konzentrationsprobleme aus. Ein übermüdetes Gehirn kann die Aufmerksamkeit nicht mehr gut steuern und fokussieren.
Unsere moderne Welt mit ihren permanenten Umgebungsreizen tut ein Übriges, um unsere Konzentrationsfähigkeit zu boykottieren. Manche Menschen sind dafür übrigens generell anfälliger, sie gelten als „reizoffen“ – andere können Umweltreize besser ausblenden. Auch angesagtes Multi-Tasking überfordert das Gehirn oft. Hintergrund: Unser Arbeitsgedächtnis reguliert, welche Umweltreize und Signale bevorzugt bearbeitet werden müssen – zugleich benötigen wir es, um schnell zwischen Aufgaben hin- und herzuwechseln. Ihm steht für beide Prozesse jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Nervenzellen zur Verfügung. Verteilen wir unsere Aufmerksamkeit auf mehrere Tätigkeiten gleichzeitig, führt das dazu, dass wir die Hauptaufgabe langsamer erledigen und mehr Fehler machen. Unser Gehirn reagiert überreizt.

Tipps für eine bessere Konzentration

Glücklicherweise können wir in fast allen Fällen selbst einiges dafür tun, unsere Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit zu fördern und zu verbessern.

  • Futter fürs Gehirn: Ausgewogene Mahlzeiten versorgen den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen und liefern dem Gehirn ausreichend Energie. Obwohl es nämlich nur einen Anteil von etwa 2 Prozent unseres Körpergewichts ausmacht, benötigt es 20 Prozent der Gesamtenergie! Fastenkuren, Diäten und Mangelernährung können leicht zu einem Energiedefizit im Gehirn führen und Konzentrationsstörungen auslösen. Auch Durst beeinträchtigt dessen Leistungsfähigkeit. Deshalb: zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag trinken, möglichst Wasser, Mineralwasser und ungesüßten Tee.
  • Ruhe, bitte!: Ab und zu muss eine Pause drin sein, damit das Gehirn sich erholen kann. Wahre Wunder wirken hier Spaziergänge in der Natur. Wer sehr viel Stress und Hektik erlebt, profitiert von Entspannungstechniken wie Progressiver Muskelrelaxation, Autogenem Training oder Yoga. Die Königsklasse ist allerdings Meditation: Wenn wir regelmäßig meditieren, wirkt sich das enorm positiv auf die Hirnleistung und das Konzentrationsvermögen aus.
  • Abschalten: Fernseher, Computer, Smartphone – je mehr mediale Reize wir unserem Gehirn zeitgleich zumuten, umso schwerer fällt die Konzentration auf eine Aufgabe. Also, Musik ausmachen, Benachrichtigungen stummschalten und den Nachrichtenticker vom Bildschirm verbannen.
  • Schaff ich mit links: Über-Kreuz-Übungen trainieren die Zusammenarbeit von linker und rechter Hirnhälfte – und fördern damit die Konzentrationsfähigkeit. Am besten regelmäßig für ein paar Minuten abwechselnd den rechten Ellbogen zum linken angehobenen Knie führen und den linken Ellenbogen zum rechten.

Wie Naturheilkunde die Konzentrationsfähigkeit unterstützt

Immer dann, wenn wir auf unsere Konzentrationsfähigkeit ganz besonders angewiesen sind – etwa in Prüfungsphasen, bei zeitkritischen Projekten oder vor wichtigen Präsentationen – kann uns die Naturheilkunde hervorragend unterstützen.

Ginseng und Ginkgo sind beispielsweise traditionelle pflanzliche Mittel, die in der Naturmedizin zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit zum Einsatz kommen. Die aus diesen Pflanzen gewonnenen Wirkstoffe können sich positiv auf die Leistung des Gehirns auswirken und so für eine erhöhte Aufnahmefähigkeit sorgen. Darüber hinaus hat es sich gezeigt, dass bestimmte Vitamine und Mineralstoffe einen konzentrationsfördernden Einfluss haben wie z.B. Vitamin C, Vitamin B und Eisen, welche sich in erhöhten Mengen in Brennnesseln und Melisse finden.

Griechischen Bergtee etwa nutzen Menschen seit Jahrhunderten, um die Regeneration nach Krankheiten und Verletzungen zu fördern. Auch die Konzentrationsfähigkeit in Zeiten mentaler Belastung beeinflusst er äußerst positiv: Sideritis scardica Griseb kann die kognitive Leistungsfähigkeit steigern, die Reaktionsgeschwindigkeit unterstützen und die Informationsverarbeitung verbessern.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.

Quellenangaben

Leitlinie AWMF Nr. 028045 “Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter”
Wightman E et al.: The Acute and Chronic Cognitive and Cerebral Blood Flow Effects of a Sideritis scardica 2018
>https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/schlechtere-konzentration-durch-medien-multitasking-3210/