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Durchfall

Durchfall

Da freut man sich seit Tagen auf ein schönes verlängertes Wochenende am See, und dann kommt er plötzlich. Meist fängt er mit Grummeln im Bauch an, dann ist er gnadenlos: der Durchfall. Essen, Orte, Begegnungen – es gibt zahlreiche Ursachen für Durchfall, sie können ganz harmlos und akut sein. Und doch gibt es auch solche, die unbedingt von einem Arzt untersucht werden sollten. Aber erst mal verbringt man einen Großteil des Wochenendes auf der Toilette.

Wie kommt es zu Durchfall

Durchfall ist im Grunde nichts Außergewöhnliches, im Gegenteil: Die Statistik sagt, dass in Deutschland im Schnitt fast jeder Erwachsene einmal im Jahr mit Durchfall zu kämpfen hat. Bei Kindern liegt die Zahl sogar noch höher. In vielen Fällen kündigt sich der Durchfall nicht an, sondern tritt relativ plötzlich auf. Natürlich wollen Betroffene wissen, woher die Beschwerden dann auf einmal kommen.

Eine der häufigsten Ursachen ist eine Magen-Darm-Erkrankung, die durch eine Infektion, zum Beispiel durch Noro- oder Rotaviren, ausgelöst wird. Jedoch können auch Bakterien dem Körper zusetzen, wie Salmonellen oder Campylobacter immer wieder unter Beweis stellen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören ebenso zum Ursachenspektrum der medizinisch ‚Diarrhö‘ genannten Erkrankung. Und was viele nicht wissen: Auch als Nebenwirkung von Medikamenten wie Blutdrucksenkern, Antibiotika und missbräuchlich eingesetzten Abführmitteln kann Durchfall eine Rolle spielen. Sogar Stress kommt in Betracht.

Durchfall mit weichem oder sogar wässrigem Stuhl kommt selten allein, seine unangenehmen Begleiter sind meist krampfartige Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Ein Problem bei Durchfall ist der deutlich größere Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust. Daher ist bei älteren Menschen und Kindern darauf zu achten, dass sie nicht dehydrieren.

Durchfall ist nicht gleich Durchfall

Was steckt hinter diesem höchst unangenehmen und oft mit spöttischen Namen wie Durchmarsch, Dünnpfiff oder Ablativ betitelten Symptom? Verschiedene Ursachen sind auch in ihrer Ernsthaftigkeit unterschiedlich zu bewerten.

Bei leichten Verstimmungen des Magen-Darm-Traktes helfen meist Hausmittel. Es ist in jedem Fall nach spätestens zwei bis drei Tagen, in denen der Durchfall anhält, angeraten, einen Arzt zu konsultieren, da vielleicht eine bis dato unbekannte ernsthaftere Grunderkrankung vorliegt.

Die häufigsten Begleiterscheinungen bei Durchfall sind:

  • krampfartige Bauchschmerzen,
  • körperliche Schwäche,
  • Kreislaufschwierigkeiten,
  • Fieber,
  • Schweißausbrüche,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen.

Nachdem es unterschiedliche Ursachen für Durchfall gibt, ist es maßgeblich für die Behandlung, herauszufinden, was tatsächlich dahintersteckt.

  • Verdorbener Magen
    Wenn man etwas gegessen hat, das einem nicht bekommt – oder vielleicht war das letzte Essen einfach zu fett, zu viel, zu schlecht gekaut –, dann ist der Magen überfordert und reagiert „beleidigt“. Völlegefühl, Übelkeit und eben Durchfall sind die körpereigenen Waffen, mit denen der Magen klarmacht, dass es so nicht geht. Das war’s dann aber meistens auch schon wieder. Der Spuk ist schnell vorbei, und ein bisschen Ruhe, eine Tasse Kamillentee und eine kräftigende Hühnerbrühe bringen alles wieder ins Lot.
  • Vireninfektion
    Noro- und Rotaviren sind hochansteckend und werden  per Schmierinfektionen übertragen. Selbst einige Lebensmittel können mit Erregern belastet sein. Es ist daher immer darauf zu achten, dass man, sobald man außerhalb der Wohnung unterwegs ist, auf sorgfältige Sauberkeit achtet. Soll heißen: Regelmäßig und häufig die Hände waschen und sie nicht mit den Schleimhäuten zum Beispiel der Augen, der Nase, des Mundes in Berührung bringen. Im Falle einer Vireninfektion muss auf jeden Fall der Arzt – auch in Abhängigkeit vom Zustand des Immunsystems – entscheiden, wie weiter vorzugehen ist. Bauch- und Muskelschmerzen, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, schwallartiges Erbrechen, Schwindel sind die Indizien.
  • Bakterienbefall
    Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter gelangen meist durch unsaubere Lebensmittel in den Körper. Dazu zählen in vielen Fällen Geflügelfleisch oder -produkte, Rohmilch und Rohmilchprodukte, frische Rohwurstsorten, nicht durchgegartes Hackfleisch oder gar frisches Mett, verunreinigtes Trinkwasser. Auch mangelnde Küchenhygiene kann zu Bakterienbefall führen. Der Arzt verordnet je nach Schwere der Erkrankung auch schon mal ein Antibiotikum. Die Symptome sind nahezu die gleichen wie bei der Virusinfektion.
  • Reizdarm oder andere chronische Darmerkrankungen
    Bauchschmerzen, häufige Blähungen, wiederkehrende Veränderungen der Stuhlkonsistenz, chronischer Durchfall oder/und Verstopfung können Anzeichen für eine regelrechte Erkrankung sein und sollten unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Je nachdem, zu welcher Diagnose es kommt, wird die sich anschließende Therapie ausgerichtet. Von der Gabe von Elektrolyten bis hin zu einer Operation reicht das Behandlungsspektrum.

Tipps bei Durchfall

Fühlt es sich im Akutfall auch so an, als würde es nie wieder ruhig im Darm, so ist in vielen Fällen doch relativ rasche Linderung in Sicht. Bis es jedoch so weit ist, werden Betroffene zunächst einmal mehrfach am Tag blitzartig zur Toilette gezwungen. Ein Zurückhalten des Durchfalls ist so gut wie unmöglich. Außerdem sollten folgende Punkte bei Durchfall bedacht werden:

  • Durchfall kann bewirken, dass regelmäßig eingenommene Medikamente nicht mehr komplett von Magen und Darm aufgenommen werden.
  • Leichte Kost, zum Beispiel Zwieback und dünne Suppen sind probate Mittel. Auf keinen Fall fettes oder schwer verdauliches Essen, scharfe Gewürze und Rohkost.
  • Wie bereits erwähnt, hilft und tröstet eine kräftigende Hühner- oder Rinderbrühe.
  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten.
  • Übergeben und Durchfall führen dazu, dass der Körper eine Menge Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert. Daher hilft viel trinken – hier bietet sich zwar klares, kohlensäurefreies Wasser an, aber un- oder nur leicht gesüßter Tee ist besser.
  • Um den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regeln, sind kleine gelöste Teilchen, sogenannte Elektrolyte wie Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium sowie Chlorid, Bikarbonat und Phosphat unabdingbar. Durch Ausscheidung oder Zurückhaltung dieser Elektrolyte wird die Flüssigkeitsmenge reguliert, die den Körper verlässt. Bei Durchfall wird deutlich mehr Wasser ausgeschieden. Also stehen dem Körper auch weniger Elektrolyte zur Verfügung. Diese müssen dem Körper rasch wieder zugeführt werden. Apotheken halten für solche Fälle Elektrolytlösungen bereit, die nach Abklingen des Durchfalls das Gleichgewicht schnell wiederherstellen können.
  • Bei Bauchschmerzen tut ein warmes Bad oder eine Wärmflasche gut. Ebenso hilft ein warmes Körnerkissen.
  • Zarte Haferflocken und daraus hergestelltes Porridge, zerquetschte Bananen und feingeriebene Äpfel (das enthaltene Pektin bindet Wasser), gekochte Möhren und Kartoffeln wecken die ermatteten Lebensgeister.
  • Nicht zu empfehlen sind Cola und Salzstangen, da Cola zu viel Zucker enthält, das Koffein Magen und Darm reizt, und die Salzstangen den Kaliumspeicher nicht auffüllen können.

Wie die Naturheilkunde für Ruhe im Darm sorgt

Neben den vom Arzt je nach Diagnose verordneten Medikamenten gibt es eine ganze Reihe von pflanzlichen Wirkstoffen, die seit langer Zeit schon ihre Wirkung bei Durchfallerkrankungen unter Beweis gestellt haben oder vermuten lassen. Tees beruhigen bekanntlich Magen und Darm. Kamille, Fenchel oder Fenchel-Anis-Kümmel helfen rasch. Auch Salbei tut gut.

  • Ingwer ist zwar recht scharf, hilft aber bei verdorbenem Magen. Am besten auf einem kleinen Stück frischer Ingwerwurzel kauen, die Reste ausspucken. Man kann alternativ auch Ingwertee trinken.
  • Kamille hilft in vielen Fällen körperlicher Unpässlichkeit. Wie erwähnt, hat sie sich als Tee schon sehr gut bewährt. Ihre Wirksamkeit wurde in den vergangenen Jahrhunderten in vielen Kulturen erkannt, und sie ist aus Hausapotheken und Medikationsplänen nicht mehr wegzudenken. Sie wirkt krampflösend und beruhigend.
  • Ein ebenso bewährter Wirkstoff ist das Apfelpektin. Seine herausragende Eigenschaft ist, dass es Wasser bindet und verfestigend wirkt. Der Vergleich ist an dieser Stelle vielleicht merkwürdig, aber viele kennen Pektin von der Marmeladenzubereitung. Auch dort wird seine Wirkung als Verdickungsmittel sehr geschätzt. Eine weitere positive Eigenschaft des Pektins ist, dass es – aus reifen Äpfeln gewonnen – Dünn- und Dickdarm von Giften befreit und sich damit natürlich positiv auf das Verdauungsmilieu auswirkt.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.