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Durchfall

Durchfall

Beim normalen Verdauungsvorgang wird die in der Nahrung enthaltene Flüssigkeit sowie der Großteil der Verdauungssäfte von der Darmschleimhaut aufgesaugt und der Stuhl dadurch zur normalen Beschaffenheit eingedickt. Eine Störung dieser Darmfunktion (Durchfall) entsteht dadurch, dass entweder erhöhte Darmbewegung den Darminhalt zu rasch weiterbefördert oder dass durch krankhafte Veränderungen in der Darmwand die normale Aufsaugung der Flüssigkeit gestört ist, hat die häufige Entleerung flüssiger oder breiiger Stühle (also Durchfall) zur Folge. Bei manchen Erkrankungen kommt es zu einer beträchtlichen Flüssigkeitsabsonderung in den Darm und dadurch auch zur Verflüssigung der Stühle, sprich Durchfall.

Was können die Ursachen für Durchfall sein?

Als Ursache erhöhter Darmtätigkeit kommen neben rein nervösen Zuständen wie Aufregung oder Angst auch bei gesunden Menschen Kältereize, besonders bei raschem Temperaturwechsel, infrage. Die Art der zugeführten Nahrung spielt ebenfalls bei Durchfall eine große Rolle, wobei ihre Verträglichkeit für die einzelnen Menschen stark verschieden ist. Verdorbene Speisen führen zur Reizung des Darms und lösen dadurch raschere Darmbewegung wie Durchfall aus. Ebenso kommt es zum Durchfall bei einer Störung der Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratverdauung. Die Störung der Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratverdauung kommt durch mangelhafte Leistung, der die Verdauungssäfte erzeugenden Organe wie Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse zustande, da die unverdauten Speisereste, die meist im Stuhl noch aufscheinen, eine darmreizende Wirkung ausüben.

Der Geruch solcher Stühle, die mit Durchfall in Verbindung stehen, ist bei mangelhafter Eiweißverdauung faulig, bei unzureichender Fettverdauung säuerlich. Von den Darmerkrankungen selbst sind insbesondere die Entzündungen verschiedenster Herkunft von Durchfall begleitet, vor allem wären hier Paratyphus, Typhus, Tuberkulose, Ruhr und Cholera zu benennen. Von den letztgenannten Erkrankungen ist erwähnenswert, dass die Art des Stuhles vom Durchfall für manche Menschen geradezu charakteristisch ist. So findet man beispielsweise beim Typhus einen erbsenbreiartigen Durchfall, bei der Ruhr einen blutig-schleimigen Durchfall und bei der Cholera einen reiswasserähnlichen Durchfall vor.

Den Darm nicht direkt ergreifende Fieberzustände wie Blutvergiftung, Lungenentzündung, etc. können durch Giftwirkung auf dem Blutwege Durchfall auslösen, wie auch Entzündungen in der näheren Umgebung des Darms. Vorübergehend kommt es bei Verengungen des Darms durch Verwachsungen, Geschwülste oder Narben zum Durchfall, welche mit Verstopfung abwechseln. Manchmal lösen stärkere Blutungen aus Magen- oder Darmgeschwüren und auch der plötzliche Verschluss einer Darmschlagader (bekannt unter Embolie) stärkere Darmbewegungen aus. Arsen-, Quecksilber- und Antimonvergiftungen führen ebenfalls zum Durchfall.

Durchfall mit Erbrechen bei älteren Menschen kann das einzige Anzeichen einer Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung sein.

Tipps und Tricks für die Behandlung bei Durchfall

Für die Erkennung der Ursache des Durchfalls sind Form, Farbe und Geruch der Stühle von maßgebender Bedeutung. Deshalb sehe man sich den Stuhl vom Durchfall auf die erwähnten Eigenschaften hin präzise an und hebe ihn unter Umständen auf, um ihn dem Facharzt zeigen zu können. Neben den bereits erwähnten Eigenschaften des Stuhles vom Durchfall bei Verdauungsstörungen und Darminfektionskrankheiten sei noch zusätzlich zu erwähnen, dass bei Fehlen von Gallenfarbstoff im Stuhl dieser Durchfall hellgelb bis grauweiß sein kann. Butterähnliche Stühle findet man bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. Eitrige und blutige Beimengungen kommen bei zerfallenden Geschwülsten und Geschwüren im unteren Dickdarm vor. Bei der Beurteilung der Farbe des Durchfalls muss man immer die vorher zu sich genommenen Speisen oder Medikamente in Betracht ziehen. Milchkost führt zu hellen Stühlen. Nach Genuss von Heidelbeeren oder Blutwurst werden pechschwarze Stühle nicht als Zeichen von Darmblutung angesehen werden dürfen. Denn Tannin, Tierkohle, eisen- und wismuthaltige Arzneien färben den Stuhl ebenfalls schwarz.

Die Behebung der ursächlichen Krankheit in Bezug auf Durchfall ist neben der Behandlung der einzelnen Krankheitserscheinungen ziemlich wichtig.

Bei der Behandlung des einfachen Durchfalls ist der Apfelbrei ein wahres Wunder. Apfelbrei ist entweder in getrocknetem und pulverisiertem Zustand erhältlich. Er kann auch aus rohen, aber reifen Äpfeln auf einer Reibe hergestellt werden. Für einen Erwachsenen werden je Mahlzeit 2-3 frisch geschabte Äpfel gegen Durchfall verwendet. Insgesamt ist 4-5 solcher Mahlzeiten an einem Tag gegen Durchfall empfehlenswert. Als Getränk unterstützt Kamillentee (ohne Zucker) ganz gut, um den Durchfall “den Kampf anzusagen“.

Durchfall und Naturheilkunde

Eine Erkrankung, die mit Durchfall zu tun hat, wird je nach Ursache und Schweregrad behandelt. In der Regel reichen Kapseln, die aus Hefepilz bestehen, oder orale Rehydratationslösungen vollkommen aus. Wichtig ist in erster Linie, dass gegen der Austrocknung, die durch den Durchfall kommt, entgegengewirkt wird. Dazu spielen sehr viel Flüssigkeit, Zucker und Mineralien eine bedeutende Rolle. Dank der Einnahme von Mineralien wie Natrium, Kalium, etc. ist es möglich, dass die Stoffe, die durch den Durchfall dem Körper verloren gegangen sind, wieder ersetzt werden können. Bei Durchfall darf keine feste Nahrung zu sich genommen werden. Darüber hinaus sollte man bei Durchfall von Milch Abstand halten. Anschließend ist eine sogenannte Schleimsuppe erlaubt. Sobald sich der Darm langsam beruhigt hat und kein weiterer Durchfall bemerkbar ist, darf Normalkost wieder auf dem Speiseplan stehen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Erstellung von Diagnosen oder Therapieempfehlungen um eine ärztliche/therapeutische Tätigkeit handelt. Als pharmazeutischer Hersteller dürfen wir diesbezüglich keine Empfehlungen aussprechen. Bitte besprechen Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Arzt/Therapeuten oder Apotheker. Bei direkten Fragen zu unseren Präparaten helfen wir Ihnen gerne weiter.